Sonntag, 31. März 2013

Der innere Schweinehund: Ein Plädoyer...

Der Wecker klingelt, wir müssen früh raus. 
Eine leise Stimme flüstert ins Ohr "Hey, bleib doch noch liegen".

Wir hatten Gäste am Wochenende, es waren noch ein paar süsse Schlemmereien übrig, zu schade um wegzuwerfen... Als wir dann in den nächsten Tagen auf dem Sofa sitzen, flüstert es leise: "Hey, da sind noch ein paar MMs in der Schublaaaahaaaade..."

Wir sind woanders zu Besuch, die anderen essen ein wunderbares Eis. Ein paar mitleidige Blicke begleiten die leise Stimme, die da sagt: "Hey, quäl' Dich nicht weiter, ein paaaaar Kugeln Eis werden schon nicht schaden..."

Die Turnschuhe schimmeln im Vorraum vor sich hin, weil immer dann, wenn man sich gerade mal wieder aufraffen will eine magische Kraft uns mit aller Macht auf dem Sofa festhält und uns ins Ohr flüstert: "Jaja, mach morgen, heute ist es viel zu kalt. Und überhaupt."

4 von vielen anderen möglichen Gelegenheiten, die wir alle so oder so ähnlich kennen, erlebt haben oder sicher noch erleben werden.

Aber - wer spricht da eigentlich zu uns?! 

Viele nennen es den inneren Schweinehund.
Dieser kleine Mistkerl. Hat uns so im Griff...
Wo kommt er überhaupt her?
Warum hat er immer wieder soviel mächtigen Einfluss auf unser Leben?
Den muss man doch irgendwie bekämpfen können?

Diese Fragen möchte ich mir heute einmal beantworten. Und Euch.

Und enden mit einem Plädoyer für den kleinen Kerl. Aber der Reihe nach...

Verführerisch, fies, treu, süss:
Der innere Schweinehund
(Illustration und Copyright: T.Urso)
Wo kommt er her?

Ich glaube, viele von uns unterschätzen einen wesentlichen Teil unserer Persönlichkeit enorm: Das Unterbewusstsein.
Und ich glaube daran, dass unsere Persönlichkeit - und das Unterbewusstsein ebenso - sich aus ein paar ganz einfachen Komponenten zusammensetzt:
- die Erziehung, die wir geniessen
- die Umgebung, in der wir aufwachsen 
- das Umfeld in dem wir leben 
und, und das ist wesentlich: 
- Die guten und schlechten Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen.

Irgendwo da dazwischen entsteht der kleine Mistkerl, der uns den Rest unseres Lebens beeinflussen und begleiten wird.

Vieles von unserer Erziehung ist ausgelegt auf das "Lob und Tadel"-Prinzip, auf "Belohnen und Bestrafen".G
ut und Böse wollen klar getrennt sein. Gutes wird hingenommen, Böses bekämpft. Vermutlich gerade deshalb haben wir nicht so viel mehr im Repertoire. Aber ob das so richtig ist? Fragt Euch das bitte mal...

Vermutlich finden wir den kleinen Kerl deshalb teilweise süss, weil ein grosser Teil von ihm seine Ursache schon in der Kindheit zu haben scheint. Das Trotzige, Verführerische.
Hach, diese grossen Kulleraugen, mit denen uns ein Kind weich macht und um den Finger wickeln kann. Und diese Unschuld...wenn das Kind gerade den neuen Flatscreen mit Alpina-Weiss nach Gusto neu verziert hat.


Aber wenn wir mit uns selbst in dem "Belohnen und Bestrafen"-Prinzip verharren, dann haben wir ein grosses Problem: Früher haben wir mehr oder weniger Konsequenzen zu erwarten gehabt, wenn wir ihm nachgeben.

Es wurde geschimpft, wenn wir unser Zimmer nicht aufgeräumt haben, wir wurden schlecht benotet, wenn wir lieber mit unseren Freunden gespielt haben als zu Lernen, wir mussten Nachsitzen oder Strafarbeiten erledigen, wenn wir unsere Hausaufgaben nicht gemacht haben, weil es eben auch mal andere Dinge gab, die so viel wichtiger waren.

Aber entschuldigt mal: wer bitte will uns jetzt noch mit Konsequenzen kommen? Wir sind erwachsen. Hallo?! Nachsitzen? Strafarbeiten? Naja, im Job gibts ne Abmahnung, wenn wir uns was Dickes zu Schulden kommen lassen. Und unser Partner verlässt uns vielleicht, wenn wir dauerhaft herumschlurfen oder gar eine(n) anderen zwischendurch mal toller finden.
Aber sonst!? Wen kümmerts denn schon, ob wir uns die Cola reinpfeifen, den Marsriegel knacken oder löffelweise weissen Zucker in den Milchkaffee kippen? Oder die Laufschuhe in der Ecke schimmeln und Biotope ausbilden, mit denen Wissenschaftler Jahre freudig beschäftigt wären?

Konsequenzen? Pah. Fehlanzeige! 

Ja, klar, wir bekommen Schwimmringe, die sich nach dem Baden nicht mehr so einfach abmachen lassen, wie die damals aus übelriechendem China-Plastik.

Und vielleicht verlässt uns der Partner dann, oder wir finden gar nicht erst einen.
Weil die Natur uns vor allem nach gesunden Menschen an unserer Seite suchen lässt.
Mit denen wir gesunde, starke Kinder haben könn(t)en.


Aber direkt erkennbare Konsequenzen? Nein. Ich sehe keine. Ihr?!

Und das ist der Punkt, an dem wir anfangen sollten, neu zu denken.
Was heisst denn "konsequent sein" anderes, als sich sich Konsequenzen einfach selbst bewusst zu machen? Und sich dieser Konsequenzen bewusst zu verhalten?

Schaut mal, wenn Ihr den KK-Pfad verlasst, weil eine vermummte Chipstüte vollkommen überraschend aus dem Gebüsch hüpft und Euch mit vorgehaltener Wumme an der Nase förmlich zwingt, sie aufzuessen. Wer sollte Euch bremsen? Wenn nicht Ihr Euch selbst?
Weil Euch bewusst ist, dass die Erreichung Eures Wunschgewichts ganz sicher nach hinten verschiebt? Wer sollte das bremsen, wenn nicht der erwachsene Teil in Euch, der stärker sein muss, als das Kindermonster Schweinehund!?



Warum hat er überhaupt so einen grossen Einfluss auf unser Leben?
Weil er uns behindert. 


Wir erreichen den Zug nicht rechtzeitig, wenn wir länger liegen bleiben, als es der Fahrplan zulässt. 
Wir verspäten uns zu Verabredungen, weil wir ihm nachgeben - und stossen damit andere vor den Kopf. Der ist aber auch süss, der kleine...
Wir demotivieren uns selbst, wenn alle anderen Wochen-Ergebnisse von 1 oder 2 kg in der Gruppe veröffentlichen, wir aber bestenfalls gleich geblieben sind, weil sich dieses fiese Stück Sahnetorte hinterrücks anschlich und uns doch eben gerade in den Mund sprang, als wir eigentlich nur ermüdet gähnen wollten...

Wir erreichen unsere Ziele nicht. Oder später. Wegen dem Mistviech in uns.

Ok. Feind erkannt. Wie bekämpfe ich ihn denn nun am Besten?
Am Besten gar nicht. Überrascht?!

Dann lasst es mich versuchen zu erklären...

Der Kerl steckt in uns. Ob wir wollen, oder nicht. Und ist damit ein Teil von uns, der zu uns gehört. 


Klingt es nicht ein bisschen widersinnig, wenn man sich selbst bekämpft? 
Klingt das nicht nach .... verschwendeter Energie?

Was wäre, wenn wir uns den Kerl einfach zum Freund machten? Akzeptieren, dass er da ist? 

Lasst ihn uns adoptieren. Ein Bild geben, einen Namen. Rüdiger, Piggel, oder Klaus-Konrad.
Wenn Ihr ihn Euch visualisiert und einen Namen gebt, dann habt Ihr es leichter, ihn zu erkennen, wenn er mal wieder flüstert und mit ihm umzugehen.

Lasst uns über ihn Schmunzeln, wenn er mal wieder flüstert.
Streichelt ihm über die Wuschelmähne, wenn er sich bemerkbar macht und gebt ihm seine Portion Liebe, die er so dringend braucht, in dem Ihr ihn ernst nehmt.

Aber lasst uns diesen Kindteil in uns konsequent in die Schranken weisen, wenn er verdammt nochmal unser Leben in einer Weise beeinflusst, die eben nicht hinzunehmen ist. 
Weil wir ein Ziel erreichen wollen und er es uns so viel schwerer macht.

Und wir niemand anderen haben, ausser uns selbst, der konsequent mit uns ist.


Mittwoch, 27. März 2013

Die ganze Story: 2 Fakten, die vor Gericht nicht zur Sprache kamen... Teil 5/5


2 Fakten, die vor Gericht nicht zur Sprache kamen

Ich habe im Zuge der Vorbereitung auf das Gerichtsverfahren sehr intensiv recherchiert.
Da manche Erkenntnisse bei dem Eilverfahren gar nicht zur Sprache kamen, sie aber durchaus relevant sind, würde ich gerne heute 2 wesentliche Dinge veröffentlichen.


Die Social Media Interactive GmbH warf mir über ihren Anwalt mit sehr viel Aufwand und Papier vor, ich hätte das von ihnen entwickelte Konzept kopiert.
Wie bei ihnen böte ich ein Konzept an, das "auf schnelle Kohlenhydrate, Zucker, Obst und Milchprodukte verzichte" und nach 6 Tagen einen Loadday, der bei mir Pausetag hiesse beinhalte.

Ich möchte vorweg schicken, dass das Konzept "10 weeks BodyChange" im Januar 2012 auf den Markt gekommen ist.

Um dann einfach kommentarlos die folgenden beiden Links darunter zu setzen.
Bitte das Datum der beiden Veröffentlichungen dort genau zu beachten.

9 Monate vor Markteinführung des Konzeptes 10WBC
http://4-stundenkoerper.de/2011/03/28/die-slow-carb-diaet-tipps-fuer-anfaenger-und-fortgeschrittene/



9 Monate vor Markteinführung von 10WBC



5 JAHRE vor Markteinführung 10WBC





Die Social Media Interactive GmbH zeigt auf ihrer Firmenseite, genauer der Kontaktunterseite unter einer Weltkugel neben dem sogenannten Office Munich Headquarter ein paar Dependenzen in aller Welt.


Kontaktseite der Social Media Interactive Gmbh: Stand 22.03.2013



Zunächst war ich am 15.02.2013 mit 2 Zeugen, einer davon Polizist, an der dort angegebenen Adresse in Berlin, Windscheidstrasse 18. 
Es handelt sich dabei um einen grösseren Komplex an Gebäuden, die durch ein Tor zu einem Hinterhof (sehr typisch für Berlin) zu erreichen sind.

Ich habe JEDEN Klingelknopf, JEDES abgebildete Firmenlogo und JEDES Türschild genau angeschaut und dokumentiert.

Ich fand dabei weder die Firma "Social Media Interactive GmbH", noch "BodyChange" oder irgendeine andere Bezeichnung, die mir zu der 10WBC-Unternehmung bekannt sind.

Während ich so suchte kam eine ältere Dame aus einem der Haupteingänge heraus.
Ich fragte sie:
"Ich suche die Social Media Interactive, wo finde ich die denn?"
"Kenne ich nicht."
"10wbc, Bodychange, 10 weeks BodyChange, Detlef D Soost, BodyChange Family, BodyChange Next?!"
Sie schüttelte den Kopf.
"Sind Sie denn neu hier?", fragte ich.
"Nein," sagte sie, "ich arbeite seit 30 Jahren hier..."


Das machte mich stutzig.

Ich bat einen Freund aus München, ob er nicht für mich einmal an die Adresse des "Headquarters" fahren könne, um mir ein Foto zu schiessen, wie es dort aussähe.
Das ist, was ich bekam……….. - ich lasse das mal unkommentiert:


Office Munich Headquarters Social Media Interactive GmbH
Stand 13.03.2013


Stand 13.03.2013


Es gibt zwar noch weitere Recherche-Ergebnisse dieser Natur, 
aber vorläufig soll es genug sein.

Ich habe schon einmal angeboten, ich gehe meinen Weg, die den ihren. 
So lange sie meinen nicht weiter kreuzen. Hamburg fiel für mich deutlich unter "gekreuzt".

Vielleicht belassen die Herren es jetzt dabei. Dann kann ich das auch.

Es gibt jetzt noch ein paar Dinge, die wir intern und ohne Publikum mit der 
Social Media Interactive GmbH zu klären haben, so warte ich zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch immer auf die zugesagte Liste der Mitleser.

Ansonsten ist die Angelegenheit für mich erledigt.


Wenden wir uns wieder den wichtigen Dingen des Lebens zu…  


Bis bald.





Dienstag, 26. März 2013

Die ganze Story: Erlösung am Gerichtstag! Meinungsfreiheit bleibt gross geschrieben... Teil 4/5

Der Gerichtstag
Es begann nochmal im "September"

Hier trafen sich mein Anwalt und ich zur Vorbesprechung


Nach einer Vorbesprechung mit meinem Anwalt im Café September gegenüber des Hamburger Landgerichts gingen wir dann rüber zum Gerichtsgebäude. 

Ich fühlte mich sehr ruhig und gut vorbereitet. Mir war klar, dass ich nichts Verwerfliches getan hatte und ich vertraute auf ein gutes Händchen der Richter. 



Landgericht Hamburg, Portal Sievekingplatz 1


Im Gang vor der Tür zum Gerichtssaal warteten schon einige Mitglieder meiner Facebook-Gruppe. Ich habe mich sehr gefreut, sie dort zu sehen. Einige waren mehrere 100 km gefahren, eine war sogar von Berlin nach Hamburg gekommen (Danke nochmals, K.!)

Der Gerichtssaal war, wie man sie so aus dem Fernsehen kennt: 
Vorne ein grosses, erhöhtes Pult, davor war ein langer Tisch, an dem ein paar Stühle standen. Wiederum dahinter standen Stühle für die Zuschauer. Die Anhörung war als öffentlich eingestuft.

Wir setzten uns alle.  Die Richter hinter das Pult ich an den Kopf des Tisches links und mein Anwalt über Eck neben mich. Der Anwalt der Antragsstellerin, wie es im Jargon heisst, setzte sich ein paar Stühle weiter, die KKler hinter ihn.

Zu Anfang sprach die vorsitzende Richterin kurz meinen Anwalt an und meinte, dass unser Schriftsatz sie erst spät erreicht habe, und sie keine Zeit hatten, ihn zu lesen. Ich dachte, das könnte ein Nachteil werden, denn immerhin hatten wir einige wichtige Fakten aufnotiert.
Allerdings, fuhr sie fort, hätte ihr Kollege, der zu ihrer Linken sass, den Schriftsatz überflogen.

Dann wandte sie sich an den Gegenanwalt.
Nach wenigen Worten war klar: Das läuft in eine für mich positive Richtung.
Ihr Kollege sagte, er habe ihm ja schon telefonisch erklärt, die Inhalte des ersten Schriftsatzes würden nicht ausreichen. Und es würde nicht genügen, wenn man im zweiten Schriftsatz ein paar Anführungszeichen mehr und ein paar "Enter" einfügen würde.
So waren nach knapp 10 Minuten ein Grossteil der Vorwürfe komplett entkräftet.

Dann ging es an das mir so wichtige Thema Meinungsfreiheit.
Die Richterin sagte, sie habe jeden einzelnen Satz von mir durchgelesen, und nicht einen einzigen gefunden, der nicht unter die Meinungsfreiheit falle.

Der Gegenanwalt brachte ein paar Beispiele, wozu er selbst ziemlich lang zwischen den 200 Seiten zu blättern hatte - unter anderem stiess er sich an dem Wort "Laienmoderatoren".
Zur Erklärung: Das hatte ich irgendwann einmal hier im Blog in Bezug auf die Moderatoren im offiziellen 10WBC-Forum verwendet.
Ich selbst sagte dazu: "Wenn ich in einem Ernährungsforum bin, dann wäre es von Vorteil, wenn da ein Arzt, ein Ernährungswissenschaftler, ein Sportler oder ein Mensch mit ähnlicher Qualifikation wäre. Das wären Profis. Die Moderatoren in dem Forum sind aber 'nur' ehemalige Teilnehmer des Programmes, mehr nicht. Das Gegenteil von Profis ist für mich ein Laie." 
Die Richerin daraufhin: "Dann sind das Laienmoderatoren."

Das ging eine Weile so hin und her. 

Ein wenig Situationskomik ergab sich dann, als der Gegenanwalt dann zu einem Punkt meinte, er sehe das so und so, worauf die Richterin sagte:
"Das sehe ich nicht so."
Er: "Ich sehe das schon so", drehte sich um zu den KKlern hinter ihm und fragte diese
"Oder wie seht ihr das?". Ich dachte nur "Was für eine Kamikaze-Aktion..."
Schliesslich wusste er ja, wer die Zuschauer waren.

Die Richterin meinte zum Thema Meinungsfreiheit dann:

"Wir leben hier in einem freien Land. Das ist keine Diktatur. Das hier ist nicht Syrien. Man kann hier Kritik üben, so lange sie nicht beleidigend ist. Und die Kritik war nicht beleidigend.

Und wenn man als Unternehmen an den Markt geht, dann muss man mit Kritik auch umgehen können!"


Was war ich froh! - Die Kilokegler wissen schon, warum mir das so wichtig war...
Stichwort: Ruben.

Dann wandten sie sich mir zu und sprachen im Ganzen 3 Punkte an, an denen ich etwas zu ändern habe.

Unter anderem ging es dabei um ein Bild von Kate Hall, die nach Auskünften der Social Media Interactive GmbH nicht gerne bei dem Powerdaybericht erscheinen möchte. Ich meinte, es sei eine Person des öffentlichen Lebens, aber da wurde mir erklärt, dass das dann trotzdem nicht so einfach sei. Hier müsste man sehr genau hinschauen, das wäre komoliziert.
Ist klar, ok, das Bild wird entfernt.

Meine Behauptung: "da gehen gerade ihre IPads flöten" wurde von einer Eidesstattlichen Versicherung der/des Geschäftsführer/s, diese seien nachträglich ausgeliefert, von einem Mailausdruck der Gewinnerbenachrichtigungen und einem Bestellschein zweier IPads ins Unrecht gesetzt. Eine Eidesstattliche Versicherung ist vom Gericht in einem Eilverfahren als die Wahrheit zu sehen, wurde mir erklärt.

Ich freue mich sehr, wenn dieses Problem tatsächlich aus der Welt geschaffen ist.

Das sah ja sehr lange Zeit noch anders aus...

Diese beiden offiziellen Stellungnahmen der von 
10WBC bezahlten Moderatoren im 10wbc-Forum.




... waren die einzige mir bekannte Reaktion auf meine Beschwerde.
Die beiden im Video der Verlosung genannten Personen waren die rechtmässigen Gewinner, und hatten daher auch den Anspruch darauf. Ich bin sogar gerne bereit, das noch richtig zu stellen. Allerdings erlaube ich mir, das ganz genau zu verifizieren, denn für mich ist nach wie vor verwunderlich, dass von den 8.300 Teilnehmern, die bundesweit (vermutlich sogar aus der Schweiz, Österreich, etc.) an dem Gewinnspiel teilgenommen haben (diese Zahl kommt von 10WBC selbst) - alle 5 ausgegebenen IPads ALLE nach Berlin gegangen sind.

Bis ich das überprüft habe halte ich mich mit einer Richtigstellung noch zurück, reiche diese aber gerne nach, wenn es so weit ist.

Ebenso setzte eine EV meinen Bericht  ins Unrecht, in der ich geschrieben hatte, dass mein Blog von 10wbc auf Facebook als "gefährlich" eingestuft wurde.
Diese Behauptung nehme ich gerne zurück. Erstens gibt es diese Einstufung nicht mehr und zweitens kann ich tatsächlich nicht nachweisen, ob sie das waren oder jemand anderes. Ob jemand anderes ein Interesse daran gehabt haben könnte sei einmal dahingestellt.
Behauptung zurück genommen, Beitrag gelöscht.
Ich weiss, ich müsste das nicht, aber ich finde es anständig:
Da das angeblich jemand anderes war, entschuldige ich mich in aller Form für meinen Irrtum. 


Das war alles, was von 200+ Seiten Vorwürfen übrig blieb.
Dafür wurde ich nach Hamburg vor das Landgericht geladen. Für diese 3 "Punkte". Flog ich über 1000 Kilometer und wurde fast 4 Monate in Atem gehalten............. Nun............. ja.........

 
Die Richterin erklärte kurz, dass ein Gerichtsentscheid aufgrund der 3 Punkte in etwa eine Kostenbeteiligung von 10% bis 30% bedeuten könnte, aber der Rest zu Lasten der Social Media Interactive GmbH ginge. Ihr persönlich wäre es aber auch sehr recht, wenn wir einen Vergleich, eine Einigung finden könnten, ohne den Entscheid.
Mit diesen Worten schickte sie uns dann in eine zwanzig minütige Pause.

Nach kurzer eingehender Beratung mit meinem Anwalt war mir klar, dass eine Einigung besser wäre als ein Entscheid.

Wir beschlossen sogar noch 2 weitere Punkte freiwillig mit anzubieten, die dem Gegenanwalt bereits an verschiedenen Stellen vorher wichtig gewesen waren.
Eine Änderung des Headbanners (speziell die Entfernung des dort enthaltenen 10WBC Schriftzuges) und die Entfernung des Profilbilds rechts oben mit den Pflastern über dem Mund, auf dem ebenfalls 10WBC und darunter "MFG, Euer 10wbc" zu lesen war.
Wir hätten das nicht müssen, aber es war ihm wichtig, und für uns ok.

Allerdings würden wir einfordern, dass uns die Namen der Mitleser in der Facebook-Gruppe alle ohne Ausnahme genannt werden müssen. Das nicht, weil wir irgendetwas zu verstecken hätten, sondern um die Intimsphäre von über 1250 Menschen zu schützen, die gerne darauf vertrauen mögen unter ihresgleichen zu sein, wenn sie etwas Persönliches schreiben oder Vorher/Nachher-Bilder im Badeanzug hochladen.
Ausserdem habe die Gegenseite natürlich 100% der Verfahrenskosten zu tragen.

Also zurück in den Gerichtssaal.

Ergebnis:

 Mein Todo:

- Entfernen  des Bildes mit Kate Hall
(Sorry Kate, I apologize for harming you by publishing your image taken at the Powerday Berlin!)

- Entfernen des Satzteils "da gehen gerade ihre Ipads flöten" unter dem Video von der IPadverlosung am Powerday

- Entfernen des Berichts "Die Methoden des 10wbc" mit dem Inhalt zur Einstufung "gefährliche Seite"

War DAS Verfahrenskosten plus Nebenkosten in Höhe von geschätzten 20.000 Euro wert!?!

Freiwillig, weil zugesagt:
- Abänderung des Headbanners über diesem Blog
- Entfernen des "Pflasterbildes", zumindest dort des Schriftzuges "10WBC"
- Entfernen der PDF-Datei (des Links) "Checkliste: Das kann man falsch machen bei 10wbc".


Todo der Social Media Interactive GmbH:

- Übernahme aller Verfahrenskosten zu 100%
- Herausgabe der Facebooknamen der Mitleser
- alle Vorwürfe sind vom Tisch
- keine Berufung oder Revision


Die Richterin diktierte das in ihr Gerät, kämpfte dabei ein wenig mit der Technik, was sie nur noch menschlicher machte (für mich war das in dem Augenblick ohnehin die weltbeste Richterin der Welt).

Dann kam sie an den Punkt "Streitwert".
Für die, die es nicht wissen. Dieser Wert wird zur Berechnung der Gerichtskosten etc herangezogen. In einem Fall wie diesen ist er nicht so leicht zu fassen wie z.B. bei einer Sachbeschädigung, wo es ja klar ist, was "die kaputte Vase" gekostet hat.

Die Vorsitzende: 
"Die Antragsstellerin hat den Streitwert ja auf 100.000 Euro angesetzt. Mir kommt das ein wenig hoch vor, bei einer Privatperson als Gegner. Ich wäre da eher auf 50.000 Euro gegangen."

SMI-Anwalt: "Dann senken wir das auf 50.000".

Mein Anwalt zu mir: 
"Daraus berechnet sich Ihr Kostenerstattungsanspruch, der würde sich damit verringern..."

Ich dachte nicht lange nach, denn - wäre das alles anders herum ausgegangen, hätte der Gegenanwalt sicher auch nicht mit sich verhandeln lassen...

Schüttelte daher den Kopf, mein Anwalt zur Vorsitzenden: 
"Damit sind wir nicht einverstanden."

Die Vorsitzende: 
"Da die Antragstellerin den Wert selbst auf 100.000 Euro festgesetzt hat sehen wir eigentlich keinen Grund, diese Entscheidung anzuzweifeln. Streitwert: 100.000."


Jo. Das wars. Feierabend.

Ich habe die Verantwortung für das übernommen, was ich nicht richtig gemacht habe, und noch ein wenig Arbeit vor mir, einen Teil davon nachzurecherchieren.

Und es ist, wie ich es mir erhofft habe:
Die Meinungsfreiheit*) ist immer noch höher anzusehen als das wirtschaftliche Interesse eines Unternehmens, das Kritik nicht gerne lesen möchte.
Wir leben nicht in einer Diktatur. Sondern wirklich in einem freien Land.

Und das ist schön - und gut so.

Erleichterte Momente direkt
nach dem Ende des Verfahrens

*) Werte Menschen die Ihr genau wisst, dass ich Euch meine:
Meinungsfreiheit ist weder beleidigen noch falsche Dinge erzählen. Es ist ok, kritisch zu sein.
Ihr schiesst diesbezüglich allerdings immer wieder übers Ziel hinaus. 
Für Euch wäre das hier sicher anders ausgegangen. 

Ich bedanke mich auf diesem Wege für 


die unglaubliche Solidarität in meiner Facebookgruppe, 


bei denen, die in Hamburg extra angereist sind, 


bei jenen, denen die Wahrheit wichtig genug war, um sie schriftlich festzuhalten und zu unterschreiben und 


bei meinem Anwalt, der stets professionell und sehr effizient mit mir zusammen gearbeitet hat: Sie waren der "Hammer"!


Das war's - noch nicht ganz.
Ein interessanter Beitrag folgt noch...
Dann ist der Fall für mich abgeschlossen.

Die ganze Story: Ein Einigungsgespräch, das keines war - Teil 3/5


Ein Einigungsgespräch, das keines war…

Die Social Media Interactive GmbH wandte sich via RA Augustin am 15.02.13 per Email an meinen Anwalt und regte an, dass man sich "in den nächsten ein bis zwei Wochen" noch vor Hamburg zu einem Gespräch zur vorzeitigen Beilegung des Streits treffen könne. Nach kurzer Überlegung stimmten wir zu und schlugen einen Termin in der Kanzlei meines Anwalts vor. Dieser wurde spät aber doch bestätigt.

Das Treffen fand in der Kanzlei meines Anwalts in Stuttgart statt


Das erste Ärgernis war dann, dass die Gegenseite, die ja eigentlich um ein Gespräch gebeten hatte, nach meinem Eindruck gar nicht entscheidungsfähig antrat. 

Es war allein der Rechtsanwalt gekommen. Der Geschäftsführer liess sich entschuldigen. 
Der Anwalt könne nach eigenen Angaben nichts entscheiden, ohne Rücksprache mit dem Geschäftsführer gehalten zu haben. Der allerdings sei für ihn selbst nicht so leicht erreichbar, weil er so beschäftigt sei.

Das zweite Ärgernis war, dass uns nach kurzer Begrüssung einen weiteren Schriftsatz ans LG Hamburg in Kopie überreicht wurde. DAS schafft doch gleich mal die richtige Atmosphäre für ein Einigungsgespräch

Es drängte sich mir schnell der Verdacht auf, dass man hier lediglich Informationen sammeln wollte, wie unsere Verteidigung in Hamburg aussehen würde.

Dennoch versuchten wir einen Kompromiss zu finden, der dann auf eine DinA4-Seite passte.

Ein paar Textpassagen und Bilder sollten aus dem Blog entfernt werden.
Das Videovon der Verlosung am Powerday ebenso. Wer es anschaut, ahnt schnell, wieso. Der Verlosungsmodus ist ein echtes Ärgernis.

Ich forderte im Gegenzug, dass sich die Gegenseite zur Übernahme der Kosten verpflichte, und sich aus meiner Facebook-Gruppe zu entfernen habe, da ich die Privat- und Intimsphäre meiner 1250 Mitglieder dadurch gestört sähe.

Vermutlich war der Termin neben dem Verdacht, den ich oben schon ausgesprochen habe nur dahingehend ausgelegt, mir weitere Kosten zu bereiten.

Denn in den folgenden Tagen kamen statt einer Einigung auf das Besprochene von der Gegenseite noch die zusätzliche Aufforderung, ich sollte alle Kosten des Verfahrens tragen plus einem Schadensersatz in Höhe von 5.000 Euro, und ein paar Tage später in weiterer Nachricht dann die Ankündigung, dass sie 19.800 Euro Schadensersatz fordern würden, unabhängig  vom Ausgang der Sache in Hamburg.

In Bezug auf die Benennung der Facebooknamen der Mitleser, die wir gefordert hatten, erhielten wir folgende Auskunft:

... schützenswerte Persönlichkeitsrechte..


Eine Einigung war daher nach meinem Eindruck gar nie das Ziel dieser Besprechung.

Nach der Nachricht mit den knapp 20.000 Schadenersatz schrieb ich daher an meinen Anwalt, dass wir uns jetzt auf Hamburg konzentrieren und dort eine Entscheidung mit Bestand abholen sollten. Gleich, was jetzt noch käme.

Eine gute Idee, wie sich herausstellen sollte...

Montag, 25. März 2013

Die ganze Story: Es geht wohl vor Gericht - Teil 2/5


Es geht wohl vor Gericht…

Am 07. Februar 2013 teilte mir mein Anwalt mit, dass die Social Media Interactive GmbH einen Eilantrag bei dem Landgericht Hamburg auf Einstweilige Verfügung gestellt habe. 

Die Kanzlei würde mir die Unterlagen in Kopie zusenden. 

Die erste Frage, die ich stellte war natürlich, wie es dazu kommt, dass ich in der Schweiz wohne, der Unternehmen Social Media Interactive GmbH in München sitzt, und das Landgericht Hamburg angerufen wird. 

In erster Linie scheint es damit berechtigt zu sein, dass mein Blog AUCH in Hamburg erreichbar ist. 

Begründet werden könnte es mit den weniger engen Fristen die das LG Hamburg hat als das Landgericht München was die Einreichung von solchen Anträgen betrifft, dass sie wohl eher markeninhaberfreundlich entscheiden und vermutlich ist es auch eine Frage der Kosten für eine Anreise meinerseits und meines Anwalts, die ja auch höher sind. 


Vorladung vors Hamburger Landgericht

Am 12. Februar 2013 erreichte mich ein respektabler Umschlag mit rund 140 Seiten Papier.


Schon bei der ersten Durchsicht musste ich erkennen, dass hier in unserer geschlossenen Gruppe ganze Unterhaltungen mit teilweise privatem Inhalt mitgeschnitten wurden, um sie dem Hamburger Landgericht vorzulegen. 
Anscheinend ist das Erlangen solcher "Belege" in einer geschlossenen Facebookgruppe rechtlich in Ordnung, moralisch finde ich es gegenüber den Mitgliedern dort, die darauf vertrauen unter ihresgleichen zu sein – fragwürdig.

Es war recht kompliziert, sich durch diesen unübersichtlich aufgemachten Stapel Papier zu kämpfen. Zumal es nicht nur ein Schriftsatz war, sondern zwei, die sich teilweise wiederholten aber inhaltlich nicht deckungsgleich waren.

Der Vorwurf zur Beihilfe gegen Urheberrechtsverletzungen mit meiner Anleitung zum Download der Videos war nicht mehr enthalten. Die nachträgliche Veränderung der AGB hätte auch sicher für Schwierigkeiten gesorgt.

Ansonsten waren die Vorhalte im Wesentlichen wieder angebliche Markenrechtsverletzungen, die Bilder und Videos des Powerday Berlin, ein paar Dateien und Links in unserer Facebook-Gruppe, die ich zum Grossteil nicht einmal selbst dort eingebracht hatte, das Offline-Erfolgstool, die Behauptung ich würde das 10WBC-Konzept kopieren und eine Flut von Einzelbemerkungen aus meinem Blog, in denen ich das Konzept oder den Service von 10WBC kritisch beschrieben hatte.

Interessant fand ich am Antrag auch, dass er "wegen besonderer Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung" gestellt wurde.
Für mich liest sich das wie "Verbietet dem Mann sein Wort, aber hört ihn bloss nicht an".
Ich bin sehr froh und dankbar, dass das Gericht diesem Teil des Antrages nicht stattgegeben hat. Wenn man schon angegriffen wird, dann sollte man sich nach meinem Rechtsverständnis auch dazu  äussern können.

Ein erster Termin war auf April festgelegt, wurde dann aber nach Antrag der Gegenseite auf den 14.03.2013, 14:00 Uhr vorverlegt.

So. Nun war klar, worum es geht, was vorgehalten wird und ich konnte anfangen zu recherchieren.

Was dabei so nebenbei herauskommen sollte, hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt im Traum nicht vorgestellt…


Die ganze Story: Es begann im September... Teil 1/5

Die ganze Geschichte rund um das Gerichtsverfahren in Hamburg, in 5 Teilen


Vorwort


Herr RA Augustin verwies in einem Kommentar zu meiner gekürzten Version desBerichts vom Gerichtstag auf den Umstand hin, dass dort einige Dinge weggelassen seien.
Das liegt in der Natur eines Kurzberichts
.
Gerne stelle ich die relevanten Dinge aus seinem Kommentar in der schon angekündigten langen Version etwas deutlicher heraus.

In Bezug auf die angemeldeten Zweifel an der Glaubwürdigkeit meiner Versprechen, ich hätte im 100.000-Post ja zugesagt, ich würde nicht weiter über 10WBC schreiben möchte ich gerne anmerken, dass diese Ankündigung galt, wenn – Zitat: "Solange ihr meinen (Weg) nicht weiter kreuzt."

Mit dem Antrag auf Einstweilige Verfügung haben sie mich von meiner freiwilligen Selbstverpflichtung entbunden. 


Aber ich möchte sie dahingehend beruhigen. Das soll es dann mit der Berichterstattung hier wirklich erst Mal gewesen sein. So lange ich von ihnen nichts weiter höre, sehe ich auch keinen Grund zu weiteren Berichten über sie und was sie tun…



"Das Recht ist eine Kunst, gut und gleich"
Inschrift am Landgericht Hamburg


Es begann irgendwann im September 2012. 

Wenn man der Anzeige von Facebook trauen darf, ist das jenes Datum, an dem sich in meiner Facebook-Gruppe Michael Augustin, der Rechtsanwalt der Social Media Interactive GmbH, das ist die Betreiberfirma von 10wbc anmeldete.

Offenbar mit dem Ziel, in unserer geschlossenen Gruppe verwertbare Informationen zu sammeln, die eine Abmahnung rechtfertigen könnten. Am eigentlichen Austausch zum Thema Abnehmen beteiligte er sich jedenfalls nicht.

Offensichtlich verteidigt die Firma ihre Rechte recht konsequent, denn ein anderer Anwalt hat speziell für diesen Zweck sogar eine eigene Internetseite gebaut:
Link zur angesprochenen Webseite, Stand 17.03.2013
(Anmerkung: Ich kenne den Anwalt nicht, hatte keinen Kontakt und weiss daher nichts über die Qualität der dort angebotenen Beratung...)


Das Sammeln von Informationen war sicher ein gehöriger Aufwand, denn in unserer sehr aktiven Gruppe gibt es täglich sehr viel zu lesen.

Mitte Dezember 2012 tauchten dann in unserer Gruppe auf einmal vermehrt Posts und Links zu Original-Material des 10wbc-Programmes auf. 
In der Regel reagieren die Admins der Facebook-Gruppe immer sehr schnell auf so etwas, Links und Dateien waren normalerweise innerhalb von 24 Stunden, oft viel schneller wieder nach einem Hinweis der Admins von den Autoren selbst entfernt worden. 
Wir achten das Urheberrecht.

Dennoch sorgte diese kuriose massive Anhäufung für einen eigenen Beitrag zu diesem Thema, in dem unsere Anna deutlich aufforderte, das künftig zu lassen und das alles Material, das jetzt noch da sei und dem Urheberrecht unterliege umgehend von den Autoren zu entfernen sei.

Das war am 16.12.2012(!).

Admin-Post vom 16.12.2012


Am 19.12.2012(!) verfasste der Rechtsanwalt Michael Augustin dann ein paar Abmahnungen, nach meinen Erkenntnissen waren es je eine an 2 Gruppenmitglieder und eine an mich.

Der Versand des Originals meiner Abmahnung erfolgte an eine falsche Postadresse (mir unverständlich warum, ich war ja mit meinen richtigen bei 10wbc angemeldet und dort wohl bekannt). Die beiden vorab per Mail versandten Kopien landeten automatisch in meinem Junk-Ordner.
Das wundert mich nicht, da es immer wieder Spammails gibt, die mit dem Wort Anwalt oder Abmahnung um Aufmerksamkeit heischen.

Diese beiden Umstände waren insofern nicht gerade hilfreich, da er eine extrem kurze Frist bis zum 28.12.2012 gesetzt hat. Schöne Weihnachten auch...

Das war ziemlich ärgerlich, denn in diesen Weihnachts-Tagen ist es natürlich nicht besonders leicht, einen Anwalt zu finden, der einen gut beraten kann. Ob das Kalkül war? Vielleicht. Man weiss es nicht.

Mein Glück war, dass wir am zweiten Weihnachtsfeiertag einen Anwalt bei uns als Frühstücksgast hatten. Der schaute sich das an und empfahl mir aus seiner grossen Kanzlei einen guten Fachanwalt.

Der wiederum sah sich das dann ebenfalls kurz an und schrieb dann eine kurze Notiz an Herrn Augustin, dass wir Anfang Januar entsprechend antworten würden.

Dementsprechend hatte ich dann etwas mehr Zeit, mich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen:


Vorgeworfen wurden mir
- Die Verletzung von Markenrechten. 

Unter anderem Verlinkungen und hochgeladene Dateien in der Facebook-Gruppe, welche zum guten Teil gar nicht von mir selbst vorgenommen waren.
Hier gab RA Augustin an, die Wortmarke 10WBC sei bereits am 07.09.2011 angemeldet.

 - Ich würde Beihilfe zur Urheberrechtsverletzungen leisten, weil in meinem Blog eine Anleitung zum Download von Videos veröffentlicht sei.

- Das Offline-Erfolgstool wurde moniert

 - Die Fotos und Videos vom Powerday seien zu entfernen

 - Ich würde das Programm von 10wbc unlauter nachahmen
(Darauf gehe ich später noch näher ein)

 - Wettbewerbsverletzungen: Ich würde die Marke 10WBC bzw BodyChange verunglimpfen

 - Auf meiner Seite kilokegeln.de würde ein Impressum fehlen

Was Unsinn ist, denn eine Seite, die sich so deutlich im Aufbau befindet bedarf gar kein Impressum. 

Ich sollte eine Unterlassungserklärung unterschreiben, in der unter anderem Zitat : "... einer Vertragsstrafe von 5.100 EURO (in Worten zwanzigtausend Euro)" gefordert wurden, falls ich die o.g. Vorwürfe nicht aus der Welt schaffe und nicht dafür sorgen würde, es käme wieder vor.

Mit etwas mehr Zeit hatte ich dann die Möglichkeit zu recherchieren.

Die Behauptung, die Marke sei am 07.09.2011 angemeldet stellte sich als unwahr heraus.
Während der Recherche auf der DPMA-Seite fielen auch weitere Dinge auf, so wurden zwar Anträge auf verschiedene Wortmarken gestellt, diese standen aber teilweise als abgelehnt oder zurückgenommen in deren Marken-Datenbank.
Screenshot 10WBC Markenanmeldung vom 07.09.2012
Anmelder: RA Michael Augustin, München


Besonders ärgerte mich die Verwendung des Erfolgstools gegen mich, das ihnen ja einmal geschätzte 600 zahlende Kunden erhalten hatte, als es bei einigen über einen Zeitraum von mindestens 7 Wochen (...von 10!) nicht funktionierte.

Aber dann kam etwas heraus, das mich wirklich maßlos ärgerte:
Als ich mich mit dem Vorwurf gegen die Anleitung zum Videodownload beschäftigte stellte ich fest, dass die Social Media Interactive GmbH nachträglich für ihre Service 10wbc die Allgemeinen Geschäftsbedingungen stillschweigend verändert hatte. Ohne mich oder irgendeinen anderen Teilnehmer von dem ich wüsste, darüber je zu informieren. 


Mir kam der Verdacht, dass sie darauf vertrauten, ich würde das nicht bemerken, denn wer liest schon das Kleingedruckte genau bzw versteht es und wer vergleicht die AGB, die man im Zuge der Anmeldung ja mitgeschickt bekommt mit den dann aktuellen!? 

Ich. 

Heraus kam:
Zum Zeitpunkt meiner Anmeldung bei dem Programm war das Erstellen einer Kopie für eigene Zwecke noch erlaubt! 
Da die Änderung stillschweigend erfolgte und ich dem nicht zugestimmt hatte, galt das für mich dementsprechend auch. Und ebenso für viele andere Teilnehmer, die in meiner Zeit mit mir und davor angefangen haben.
Möglicherweise war das ein Versehen, diese Vorwürfe aufgrund der neuen AGBs, aber ärgerlich war das allemal.


Zu den anderen Dingen beriet ich mich dann eingehend mit meinem Anwalt und ich denke der Rechtskram würde Euch langweilen, aber die Vorwürfe insgesamt erschienen uns als haltlos, weshalb wir dann auch mit Schreiben Anfang Januar das Ganze zurückgewiesen haben.

Wohlgemerkt nicht ohne ein Entgegenkommen in der einen oder anderen Sache zu signalisieren, auch wenn das nach unserer Meinung gar nicht nötig gewesen wäre. 

Da ich dann eine Weile nichts weiter hörte, ging ich davon aus, die Sache sei damit erledigt. 

Ein Irrtum, wie sich herausstellen sollte...

Montag, 18. März 2013

Niederlage für Social Media Interactive – Sieg für die Meinungsfreiheit



Mit einer Abmahnung vom 16.12.2012 sowie einem Antrag auf Einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Hamburg mit Schriftsätzen vom 16.01.2013 und 25.01.2013 versuchte der von der Social Media Interactive GmbH, Schäufeleinstrasse 5, 80687 München beauftragte Rechtsanwalt Michael Augustin u.a. Einfluss auf die Inhalte dieses privaten Blogs zu nehmen. 

Im Speziellen ging es um Beiträge, in denen ich meine Kritik an dem Online-Abnehmprogramm mit dem Namen 10-weeks-BodyChange (10wbc) geäussert hatte.



Entscheidung gefallen. FÜR die Meinungsfreiheit.



Am 14.03.2013 kam es zu einem Verhandlungstermin vor dem Landgericht Hamburg.

Die Richterin sagte dazu während der Verhandlung (Gedächtnisprotokoll):
"Dies ist keine Diktatur, dies ist ein freies Land. Man darf seine Kritik äussern, sofern man nicht beleidigt. Bei allen Textpassagen, die Sie (Anmerkung: gemeint ist RA Augustin) monieren habe ich keinen einzigen gefunden, der nicht unter die freie Meinungsäusserung fällt.
So lange Kritik nicht beleidigend ist und nicht gezielt Unwahrheiten verbreitet werden, ist sie in Ordnung. Wenn man mit einem Unternehmen an den Markt geht, muss man mit Kritik rechnen und lernen, damit vernünftig umzugehen."

Ein guter Tag für die Meinungsfreiheit, ein guter Tag für diesen Blog.
Die Meinungsfreiheit des Einzelnen ist eben doch höher anzusiedeln als die finanziellen Interessen eines Unternehmens. Wir dürfen weiter unzensiert bleiben!

Die 10wbc-Betreiberfirma Social Media Interactive GmbH hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Ich denke ich werde über die Vorgänge in den nächsten Tagen noch ein wenig ausführlicher berichten. Das alles war ein rechter Krimi…

Bis bald.

(PS: Was es mit dem Pflaster auf sich hatte, erfahrt Ihr hier)