Donnerstag, 20. April 2017

Wie Konzerne unser Wissen manipulieren

AufgedeKKt
Ein unscharfes Netz voller Lügen
Über den unglaublichen Einfallsreichtum, 
wie Konzerne unliebsame Informationen unterdrücken

Wenn man wie ich sehr viel im Internet unterwegs ist um Dinge zu recherchieren, ist man manchmal verblüfft, wieso manche Informationen von Geisterhand verschwinden, oder Suchergebnisse in Google irrelevanten Schrott zutage bringen. Anstatt der gesuchten Infos.





Je länger man das tut, desto klarer wird, dass die von Konzernen beauftragten PR-Agenturen und Consulting-Firmen heute nicht mehr nur Vorteile eines bestimmten Produktes herausstellen, sondern eine recht aktive Rolle dabei zu spielen scheinen, unvorteilhafte Information zu einem Produkt im Internet verschwimmen oder noch lieber sogar verschwinden zu lassen.

Ich hatte hier ja schon einmal aufgedeckt, wie Wikipedia ganz offensichtlich zum Nachteil derer manipuliert wird, die sich gerne umfassend zu einem Thema informieren möchten.
Das haben übrigens 2 Filmautoren unabhängig von mir an einem anderen Beispiel sehr interessant weiter aufgedeckt, die Filme sind zwar lang, aber durchaus sehr lohnenswert, wenn man künftig Quellen besser qualifizieren können will. Ich verlinke die mal unten für Euch.

Neulich wurde ich nun von einem Mitstreiter in Sachen Glyphosat auf einen total spannenden Umstand hingewiesen (danke, D.!):

Wenn man bei Google den Suchbegriff
"Seventeen reasons to ban glyphosate" 

(übersetzt: 17 Gründe, warum man Glyphosat verbieten sollte)
eingibt, um auf eine hochinteressante Faktensammlung zuzugreifen, die eine der weltweit führenden unabhängigen Forscherinnen zu gesundheitlichen Auswirkungen auf Glyphosat für uns zusammengestellt hat, dann passiert äusserst Merkwürdiges...

Angezeigt werden ein paar Seiten mit genau dem gesuchten Satz im Titel. 

Klickt man dann aber auf eines der Suchergebnisse, dann erhält man einen Artikel bestehend aus einer vollkommen wirren Kombination von Worten, die weder zum eigentlichen Thema gehören, noch sonst irgendwie einen besonderen Sinn ergeben.
(Achtung! Wenn Ihr das selbst testet, wozu ich ermutige weil man das mal selbst gesehen haben muss - habt einen guten Virenscanner an, einer der ersten Suchtreffer scheint problematisch...) 

Als jemand, der sich im Internet ganz gut auskennt und die Problematik von unsicher programmierten Seiten kennt, war mein erster Gedanke natürlich: 
"Oha, die Seiten wurden wohl gehackt und ein Botprogramm hat diese Desinformation ohne Zutun oder Kenntnis der Seitenbetreiber dort abgelegt. Wer auch immer ein Interesse daran hat, das zu tun, hat da wohl ziemlich kriminelle Energie aufgebracht..."




Nun ist einer der obersten Einträge eine deutsche Rechtsanwaltskanzlei.
Die wollte ich natürlich gerne vor weiterem Schaden bewahren, zog mir die Telefonnummer aus dem Impressum und rief dort an...


"Guten Tag, ich war eben im Internet unterwegs und habe festgestellt, dass wohl jemand Ihre Webseite gehacked hat. Da dachte ich, ich mach Sie mal darauf aufmerksam, wer weiss, was man Ihnen auf der Seite sonst noch irgendwie antut..."

Die Dame auf der anderen Seite, nach kurzem Tippgeräusch:
"Wieso? Unsere Seite funktioniert perfekt..."


"Nein, ich meine nicht die Hauptseite... Tippen Sie mal hinter Ihrem Internetnamen ein:
Slash... also Hochtaste Sieben... Dann... Seventeen... reasons..."


Die Dame tippt nichts, klickt nichts... wird forsch:
"Nein, Sie kommen ganz gut auf unserer Seite zurecht, 
Sie können sie problemlos bedienen. Dort ist alles in Ordnung! "

"Äh. Ist es nicht. Erhalten Sie persönlich die Emails auf Ihren Schirm von der info@-Mailadresse? Weil dann schicke ich Ihnen den Link..."

"Ja, die bekomme ich. Wer sind Sie denn überhaupt?!"

"Kleinen Augenblick, ich schicken Ihnen den Link...", unterbreche ich sie. Schicke den Link.

Die Dame darauf sofort, ohne irgendetwas hörbar zu klicken, geschweige denn Zeit gehabt zu haben, überhaupt auf meine Email zu reagieren und sie zu öffnen:

"Ah, ja, vielen Dank für Ihre Meldung, wir kümmern uns drum..."

Nun - ich will ganz ehrlich sein: Das war wirklich komisch. 
Es hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass sie ganz genau von dieser komischen Unterseite wusste, und wohl auch von ihrem Zweck, denn die ganze Abfolge des Gespräches und ihr Timing waren doch sehr merkwürdig. Aber ich unterstelle nichts auf der Basis eines mulmigen Gefühles, ich verlasse mich lieber auf konkrete Hinweise.

Also beschloss ich, der Kanzlei zwei Wochen Zeit zu geben, den "Fehler" auf ihrer Webseite zu beheben, und einfach später nochmal reinzuschauen. 
Ich nahm mir das im Kalender auf Wiedervorlage.




Zwischenzeitlich sind drei Wochen vergangen, und wie zumindest die ersten Leser nach Veröffentlichung des Beitrages bestätigen können: Die fragwürdige Seite ist nach wie vor online...

Sollte das etwa doch Absicht sein? Doch wissentlich und mit wohlwollender Kenntnis des Seitenbetreibers? Was aber würde einen Anwalt in Kiel dazu bewegen, sich für so einen Unfug herzugeben?

Nun, eine mögliche Erklärung bietet der weisse Banner am unteren Ende der Seite, in dem der Anwalt stolz auf seine Vernetzung hinweist. Life Science Nord, steht da unter anderem zu lesen.





Soso. Life science. Das ist doch der neue wohlklingende Marketingbegriff für den abgenutzten, teils negativ belegten der "Biotechnologie". 


Oder wie einige sagen: Synonym für das gefühlte Recht einiger, mit der Veränderung von biologischen Organismen lieber Gott zu spielen, ohne sich einen feuchten Kehricht zu scheren, welche Langzeitfolgen dieses riskante Spiel mit der Evolution hat.

Ich folge also ein paar weiteren Spuren und entdecke, dass Life Science Nord früher Norgenta hiess, und dann endlich in diesem Dokument gleich auf der dritten Seite eine sehr spannende Verbindung zu einer Consulting-Firma namens Capgemini. 




Consulting klingelt mir sofort im Ohr, die machen ziemlich oft aus skrupelosen Konzernmonstern noch skruperlosere Konzernmonster. 
Also gebe ich mal eben in Google ein "Capgemini Monsanto" und siehe da... 


Bingo - die hängen also wohl tatsächlich zusammen. Gemeinsam mit ein paar anderen haben sie über 7,2 Mio US-Dollar ausgegeben, um eine Kennzeichnungspflicht für GVO-Lebensmittel zu verhindern. Und der Kassenwart von Life Science Nord ist auch noch von der Consulting-Firma Ernst & Young, schnuckelig, diese Zufälligkeiten. Man kennt sich halt.


Wer weiss... Vielleicht ist diese Verbindung ein Zufall. Vielleicht auch nicht.
Lifescience Nord hat sich jedenfalls die Förderung von Biotechnologie auf die Fahnen geschrieben und dazu gehören nun mal auch genetisch veränderte Organismen, also GMO/GVO. Und dann ist Roundup und Glyphosat logischerweise nicht mehr weit.


Und wenn der die Kanzlei Gabriel von Life Science Nord Aufträge und Honorare bekommt, dann kann man denen schon mal einen Gefallen tun. Life Science Nord. Oder Capgemini. Oder Monsanto. 


Sollte dieser Zusammenhang zutreffen, ist er nur ein weiteres Beispiel, wie schwer es einem heutzutage gemacht wird, an vernünftige Information zu kommen, und wie anstrengend es geworden ist, glaubwürdige Quellen von manipulierten zu unterscheiden.
Längst tobt in den düsteren Tiefen des Internets ein mit sehr harten Bandagen geführter Kampf, gespickt mit manipulierten Infos und miesen Tricks, denen der Normalsterbliche durch die Tarnung über mehrere Ebenen kaum mehr auf die Schliche kommen kann. 

Dem Rechtsanwalt sei jedenfalls zu wünschen, dass er nur noch keine Zeit gehabt hat, diesen "Fehler" auf seiner Webseite zu beheben, denn was ihm nicht ganz so bewusst ist:
Google behält sich das Recht vor, Webseiten, die Suchergebnisse zu manipulieren komplett vom Netz zu nehmen. Und sollte ihm das passieren, dann wird sich sein Neukundenkreis wohl künftig nur noch aus den Gelben Seiten rekrutieren lassen. 

Im Internet ist er dann erst einmal tot. 
Das haben sogar schon namhafte Firmen wie BMW zu spüren bekommen, die in der Vergangenheit dabei ertappt wurden, Suchergebnisse ähnlich zu manipulieren.
Die Folge: Die BMW-Seiten waren über mehrere Tage in Google überhaupt nicht mehr zu finden. 


Viel Glück denn mal, Gabriel Rechtsanwälte!
Es sei Euch gewünscht, dass Euch niemand bei Google meldet...      



Bezogen auf die anderen Suchtreffer, die ich teilweise auch angeklickt habe 
(Achtung, nochmal: Virenscanner an, mindestens eine Seite verhält sich komisch) kann ich mir vorstellen, dass die tatsächlich teilweise gehackt worden sind, da ist ein Bezug schwer nachzuvollziehen, ob die Seitenbetreiber das wohl alle wissentlich mitgemacht haben könnten oder nicht. 


Aber von einem soll das alles nicht ablenken: 
Das Manöver an sich, einen Artikel mit einem bestimmten Titel aus dem Web zu verdrängen und die Suchergebnisse mit Nonsens anzufüllen, das hat heute Methode. 


Und hilft wohl nur wenigen, was wohl auch nur wenige dazu veranlasst haben dürfte, so etwas in Auftrag gegeben zu haben.

Und es ist auch nicht das erste Beispiel dieser Natur, die mir im Web begegnet sind, deshalb dachte ich mir, ich teile so ein Muster mal mit Euch.


So. Achja. Eines schulde ich Euch noch.
Den Link zum Original des eigentlichen "Seventeen reasons" - Artikel. 

Und bevor der dann ganz aus dem Web verschwindet, habe ich mir erlaubt, für Euch eine Kopie auf meinen eigenen Server zu legen. Biddeschön.
Wer Englisch kann und sich die Mühe macht, den Beitrag zu lesen und den genannten Quellen zu folgen, wird schnell erkennen, wieso man so einen Aufwand betreibt, den Artikel "verschwinden zu lassen". 


Der Original-Text "Seventeen Reasons To Ban Glyphosate", Nancy L. Swanson (Ph.D.)


Was waren das noch für Zeiten, in denen sich Firmen aus Überzeugung damit beschäftigt haben, ein Produkt für ihre Kunden zu bauen, dass ihnen hervorragende Dienste macht und man Konkurrenz noch ausgeschaltet hat, indem man noch bessere Produkte baut.

Heute ist das wohl nicht mehr so. Heute geht es wohl nur darum, dass die Zahlen stimmen - Konsequenzen sind egal. Und wenn mal PR nicht so läuft, wie man will, dann manipuliert man, hackt Seiten, täuscht die Öffentlichkeit, belügt alle, dass sich die Giftfässer biegen, und diskrediert schon mal gerne jemand als Rechtsradikalen und Verschwörungstheoretiker.
Weil man sich momentan noch auf die Reaktion der Menschen verlassen kann:
Jemand, der so gebrandmarkt ist, dem hört keiner mehr zu.


Selbst wenn es ein vollkommen vernünftig klingender Friedensforscher ist, wie der, von dem der Film Zensur spricht.


Ich zweifle sehr, dass das noch lange gut geht, denn irgendwann werden die Leute aus der virtuell geschaffenen Matrix erwachen. Und ich habe so ein Gefühl, dass das dann für die Erschaffer derselben alles andere als gut ausgehen wird.


Bis später.



Weiterführende Links:
Der richtige Text: "Seventeen -DAMN GOOD- Reasons To Ban Glyphosate" Danke, Nancy! 

Lifescience Nord, Masterplan
Verbindung Capgemini, Monsanto, Ernst&Young
Film: Die dunkle Seite von Wikipedia
Film: Zensur - wie ein Netzwerk Webinhalte manipuliert (vorgespult, Rest lohnt auch!)
Blog: Das Wikipedia-Wunder - über Manipulationen am Wikipedia-Beitrag "Glyphosat"



PS: Macht bitte mal ein paar Screenshots, bei Anwaltskanzleien weiss man nie, ob es nicht gut ist, ein paar Zeugen zu haben, nachher behaupten die noch, dass sie diese Seite niemals online hatten. Danke.

Donnerstag, 13. April 2017

Achtung Grüntee

KKontaminationsquelle
Glyphosat in Grüntee nachgewiesen
Neue Messwerte zeigen Belastung






Einige von unseren Teilnehmer haben ja über den Zeitraum von über einem Jahr nachgewiesen: 7 von 10 Bürgern in Deutschland sind mit Glyphosat belastet.
Zur Belastungskarte

Auch wenn selbst bei uns noch lange nicht alle verstanden haben, wie ungut diese Belastung für die Gesundheit ist, so fragten mich doch über die Zeit einige von den als belastet gemessenen verständlicherweise oft nach den Quellen. Und wie man eine Belastung vermeiden könnte.

Wir haben da im letzten Jahr schon einen ganz guten Job gemacht und eine recht umfangreiche Liste zusammengestellt, die die wahrscheinlichsten Belastungsquellen aufzeigt.

Zur Glyphosat-Fibel

Viele dieser Dinge lassen wir ja an 6 Tagen in der Woche ohnehin weg, bei denen, die sich nachträglich als potentielle Kontaminationsquellen erwiesen haben informierten wir bereits.

Nun haben uns unsere Freunde bei Global 2000 einen sehr grossen Gefallen getan und ein paar Grüntees auf Rückstände getestet. 

Mit - mal wieder - verheerendem Ergebnis: 
Denn von den zufällig ausgewählten Sorten, die wir so im Supermarkt kaufen können sind von 15 Sorten 9 mit Glyphosatrückständen gemessen worden. 




Abgesehen davon wurde noch auf andere Pestizide gemessen und ich empfinde es als einen Skandal, dass wir Teesorten haben, in denen sich 11, 14 und 15 verschiedene Pestizide nachweisen lassen.
Und obendrein auch noch welche, die in der EU gar nicht zugelassen sind.

Ein weiterer Beleg, dass das Pestizid-Ding längst ausser Kontrolle geraten ist und wir endlich anfangen müssen, dieses Thema nachhaltig anzupacken.

Wieso Glyphosat besonders ungut ist:
Warum nun Glyphosat nach meiner Auffassung besonders bedeutsam als Fund zu gelten hat ist der Umstand, dass es unglaublich starke und vielfältige negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat und obendrein noch wasserlöslich ist. 
Mit anderen Worten: Das Ausspülen aus den Teebeuteln in die Tasse und dass es damit in unsere Körper gelangt ist hochwahrscheinlich. 
Das mag auch bei anderen Pestiziden der Fall sein, die gemessen wurden, das habe ich nicht nachgeschaut - von Glyphosat ist es aber sicher.


Das Ranking der belasteten Sorten nach Höhe, oben am meisten belastet:





1) Twinings - Pure Green Tea - 0,44 mg/kg
2) Teekanne - Hochland Grüntee - 0,35 mg/kg
3) Teekanne - Foursenses Hochland Grüntee - 0,34 mg/kg
4) Dallmayer - Grüner Tee - 0,24 mg/kg
5) Spar - Grüner Tee - 0,18 mg/kg
6) LIDL - Lord Nelson Grüner Tee pur - 0,14 mg/kg
7) Teekanne - Teefix Grüner Tee - 0,13 mg/kg
8) Milford - Grüner Tee - 0,11 mg/kg
9) Mr. Perkins (Hofer) - Grüner Tee - 0,045 mg/kg

Und wieder zeigt sich das übliche Bild:
Alle konventionell erzeugten sind glyphosatbelastet - alle Bio-Sorten ausnahmslos unbelastet.







Bemerkenswert und traurig: 
Selbst in den Bio-Sorten war keine einzige komplett pestizidfrei, selbst dort wurden zwischen 1 und 3 Pestizide nachgewiesen. Bis auf einen einzigen alle sogar mit Pestiziden, für die es in der EU keine Zulassung gibt.
Was die grundsätzliche Frage aufwirft, ab wann unsere Lebensmittelsicherheit endlich so funktioniert, dass wir die Importe testen und diese Produkte aus unseren Regalen verschwinden. Denn was macht es für einen Sinn, dass wir verbotene Pestizide am Ende dann doch in den Lebensmitteln haben?

Die beste Alternative:
Der reinste Grüntee von allen war in dem Testlauf die Sorte
Cupper Bio Pur Green Tea, der hatte tatsächlich nur sehr geringet Spuren von einem einzigen Pestizid. Ich habe Euch den hier verlinkt. Falls Ihr den nicht vor Ort in Euren Läden bekommt, könnt Ihr ihn auf Amazon auch direkt nach Hause schicken lassen.
Zum Cupper-Angebot  



Zum Cupper-Angebot  



Wer sich jetzt - wie ich - auf dieser unsäglichen Liste wiederfindet und seinen Teevorrat nicht mehr aufbrauchen möchte: Schickt es doch unserem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft als Päckchen und legt einen Zettel bei "Ich will das nicht mehr" und den Glyphosat-Rückstands-Wert dazu. Vielleicht braucht es einfach ein paar greifbare Hinweise für die Damen und Herren dort, dass wir da auf ein ernstes Problem schauen.



Bis später.




Weiterführende Links:
Originalbericht Grünttee und Pestizide Global 2000 PDF

Belastungskarte
Glyphosat-Fibel
Sich selbst auf Rückstände testen lassen
Clean-Green-Tee Cupper bestellen (4er Pack) 


Samstag, 8. April 2017

Das Menschenrecht auf Nahrung


Dokkument
Der UN-Sonderbericht - Das Recht auf Nahrung
Deutsche Fassung 

In den letzten Jahren meiner Arbeit gab es eine Menge Gründe, auf etwas stolz zu sein.
Auf die vielen Menschen, denen wir auf ihrem Weg zurück zu normal helfen konnten, auf Menschen, die berichten, dass sie mit uns ihren Diabetes besiegt haben, zu sehen, dass sich bei uns richtige Freundschaften, teils über hunderte von Kilometern ergeben.
Und Menschen, die überglücklich den UHU-Moment feierten, als sie zum ersten Mal nach ewigen Zeiten wieder ein zweistelliges Ergebnis auf die Waage brachten.





Heute ist ein etwas anderer Moment. Denn heute haben wir mit unserer Onlinegemeinschaft etwas fertig gebracht, das über das Alltagsgeschäft hinaus ging.

Vor ein paar Wochen fiel meine Aufmerksamkeit auf ein Dokument der Vereinten Nationen.
Es war ein Sonderbericht mit dem Titel: "Das Menschenrecht auf Nahrung".

Normalerweise ist es sehr oft so, dass Berichte von Behörden oder Institutionen die Dinge schönreden, Wahrheiten weglassen oder die Meinung in einer Weise beeinflussen sollen, die nicht immer das Beste für die Bevölkerung im Sinn hat.

Doch dieser Bericht war anders. Er enthielt in erfrischend direkten Worten eine Reihe von Wahrheiten, Analysen und Schlussfolgerungen, die absolut eingängig und logisch scheinen.
Eine tolle, sehr mutige Arbeit.

Ich wollte gerne, dass unsere Mitglieder sofort den Zugang darauf bekommen, denn ich hielt diese Informationen für sehr wichtig, wenn man das grosse Ganze verstehen will, welche Probleme unsere Menschheit derzeit mit der Produktion von Nahrungsmitteln hat und welche - teils sehr ernsten - Konsequenzen zu erwarten sind, wenn wir den aktuellen Weg in dieser Form weiterführen.

Doch leider, leider... gab es den Bericht nur auf englisch, französisch, spanisch, arabisch, chinesisch und russisch. Und nirgends auf deutsch.

Da ich selbst momentan sehr viel zu tun habe, bat ich in unserer Gruppe um Hilfe.
Ich suchte ein paar Freiwillige, die bereit waren, sich das Dokument in kleine Tranchen aufzuteilen und ein paar Seiten übersetzen. Es fanden sich sofort ein paar.
Und das ist der Grund, warum ich heute stolz bin. Auf diese Menschen.
Denn sie haben für uns die Sprachbarriere entfernt auf ein wirklich wichtiges Dokument, indem sie selbstlos eine Menge ihrer Freizeit für uns geopfert haben, und uns damit zu unserem Recht auf Information verholfen haben.

Dagmar, Barbara, Liane, Leonie, Astrid, Renate, Sabine, Antje, Uwe, Patricia und Shereen, ich bin total stolz auf das, was Ihr geleistet habt. Danke Euch sehr!

Ehren wir doch diese Mühen damit, indem wir uns informieren.

Lasst uns doch ein bisschen Selbstbewusstsein tanken bei der Erkenntnis, die uns dieser Bericht eindrucksvoll verschafft. Wenn wir heute mit den benannten Zuständen in dem Bericht nicht einverstanden sind, dann können wir eine Veränderung fordern.

Denn es ist genau so, wie der Titel des Berichtes schon sagt:
Wenn wir unsere Forderungen auf eine nachhaltige Produktion, auf eine Reduzierung der Umweltbelastung, der Giftbelastung in unseren Lebensmitteln und die Einhaltung bestehender Gesetze pochen, dann fordern wir tatsächlich nichts geringeres ein 
als unsere Menschenrechte. Und niemand hat ein Recht, und das abzusprechen.
Egal wie mächtig er auch sei.

Ich wünsche gute Unterhaltung und gute Erkenntnisse bei der Lektüre der deutschen Fassung und bitte Euch, dieses Dokument zu (ver-)Teilen und darauf aufmerksam zu machen. Denn was dort drin steht, geht uns alle etwas an. Ob wir Kinder haben, oder nicht.

Und nur, wenn wir verstanden haben, wie der aktuelle Zustand tatsächlich ist, können wir mit daran arbeiten, dass er sich verbessert. 

Und im Hinblick auf das Erbe an die Kinder und Enkel unserer Welt sollten wir trotz aller noch so starken Umsatzinteressen und Widerständen beginnen, ein Gegengewicht in die Waagschale zu legen. Und das laut.


Bis später.


Weiterführende Links:

Mirror 

Tags: UN A/HRC/34/48 - G1701785-DE - deutsch

Donnerstag, 23. März 2017

REPORT: Glyphosat und Krebs - Gekaufte Wissenschaft - Ein Kommentar

KKommentar
Report: Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft
Die Tricks von Monsanto und der Beitrag der Behörden 
um Glyphosat vor einem Verbot zu retten.

Heute hat Global 2000 einen Bericht online verfügbar gemacht, in denen die Autoren Helmut Burtscher, Peter Clausing und Claire Robinson akribisch aufzeigen, wie die Glyphosathersteller unter der Führung von Monsanto für die Wiederzulassung Wissenschaftler gekauft, Ergebnisse verfälscht haben, und welche Rolle die entscheidenden Behörden dabei gespielt haben. 

Der Bericht enthält auch eine ganze Reihe an interessanten Daten und Quellverweisen zu entsprechenden Studien, die nahelegen: Glyphosat ist krebserregend.

Wer die Autoren nicht kennt: Das sind für Europa mit die bestorientiertesten Wissenschaftler, die sich eine halbe Ewigkeit mit dem Mittel beschäftigt haben und aufgrund der aktuellen Beweislage entschiedene Gegner einer Wiederzulassung sind.
Ihre Arbeit ist den Herstellern ein echter Dorn im Auge, deshalb werden sie ständig mit Diskreditierungskampagnen überzogen, die meiner Meinung nach haltlos sind, und die Integrität dieser Leute eher adeln, als dass sie mein Vertrauen erschüttern könnten.

Den Originalbericht könnt Ihr hier herunterladen
Zum PDF-Download

Da der Bericht zunächst zum überwiegenden Teil in kompliziertem Fach-Englisch verfasst ist werden die brisanten Informationen leider denen nicht so einfach zugänglich sein, die sich mit Englisch nicht so leicht tun und denen Fach-Englisch ohnehin eher chinesisch vorkommt.

Für diese Leute schreibe ich den Kommentar zu diesem Bericht, den ich heute im Laufe des Tages sehr intensiv studiert habe. Ich zeige Euch ein paar Highlights daraus.


Gezeigt wird unter anderem zum Beispiel, das Studien herangezogen werden, die eigentlich für jeden Laien ersichtlich ein ganz anderes Bild zeigen, als das dann der Öffentlichkeit präsentiert wurde. So gibt es eine Studie, in der man mehrere Mäuse verschiedenen Dosen von Glyphosat ausgesetzt hat. Während in der Kontrollgruppe keine Tumoren entstanden sind, stiegen die Tumorenfunde parallel zur Erhöhung der Dosis an. Das sieht dann so aus:

Welches wäre nun Eure Schlussfolgerung daraus? Ist das ein Hinweis auf eine Krebserzeugende Wirkung? Nein, meinten die gekauften Experten... ...  ...   .... 

Vielleicht sind solche "wissenschaftlichen Ergebnisse" ja der Grund, warum Monsanto und Co die Studien als Geschäftsgeheimnis erklärt und nicht öffentlich zugänglich macht?
Es gibt eigentlich keinen anderen vernünftigen Grund, das Patent ist ohnehin schon lange abgelaufen, und jeder kann Glyphosat in sein Giftfässchen mixen, der das lustig findet.


Ebenfalls besonderen Charme entwickelt der Umstand, dass das Herstellerkonsortium bei dem ursprünglichen Antrag, das Mittel auf den europäischen Markt bringen zu dürfen, eine Erlaubte Tagesdosis (ETD, engl. ADI) von 0,05 mg pro Kilogramm Körpergewicht vorgeschlagen hat, und die deutschen Behörden von sich aus grosszügig auf 0,3 "aufgerundet" haben. 

Mit der aktuellen Änderung von der EFSA sind wir nun schon auf 0,5, wofür es meiner Meinung nach überhaupt keine wissenschaftliche Basis gibt. 
Wenn Ihr mich fragt: Die haben das ausgewürfelt.



In einer Passage wird beschrieben, dass die US-Umweltbehörde EPA ihren eigenen Beitrag geleistet hat, wissenschaftliche Ergebnisse, die ein Verbot eigentlich zwingend erforderlich scheinen lassen ein bisschen zum Vorteil der Hersteller frisieren wollten. 

Das hat aber einigen gestandenen Wissenschaftlern dann doch nicht gefallen, Marion Copley, langjährige Toxikologin der EPA hat ihrem Chef ein paar Ergebnisse geschickt und dazu geschrieben:



Die Dame hat einen Orden verdient für dieses Rückgrat.

Aber uns sollte das aus zwei Gründen beunruhigen:
1) Eine Wissenschaftlerin, die uneingeschränkten Zugang - AUCH - zu den geheimen Herstellerstudien hat fällt ein solch klares Urteil und

2) Die Karriereinteressen einiger weniger und deren Skrupellosigkeit bringt eine unglaublich grosse Anzahl an Menschen in Gefahr und das kann sich dann auch noch durchsetzen. Hier wird von ein paar wenigen A-löchern ein unglaublich grosser Teil der Weltbevölkerung als Versuchskaninchen für ein paar Milliarden Dollar Umsatz degradiert. Was ein Hohn.


Ich glaube, ich werde diesen Typ "Mensch" wie ihren Vorgesetzten niemals verstehen, der selbst bei solch einem klaren Risiko seine Seele verkauft. Wenn jemand hinter Gitter gehört, dann ganz sicher die, und zwar lebenslänglich, gerne bei Wasser im ADI-Bereich und sikkiertem Glyphosat-Weizen-Brot, bitteschön.

Und leider haben wir offensichtlich solche "Menschen" auch in Deutschland an sehr entscheidenden Stellen...
Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft BBA hat gemeinsam mit dem Bundesinstitut für gewundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin BgVV und dem Umweltbundesamt BBA schon während dem eigentlichen Zulassungsverfahren 1999 vorhandene Belege für die krebserzeugende Wirkung von Glyphosat aktiv unterdrückt und darüberhinaus hat das BBA den ADI (Acceptable Daily Intake = Erlaubte Tagesdosis) von Glyphosat statt wie vom Herstellerkonsortium beantragt von 0.05 mg/kg auf 0,3 mg/kg um das sechsfache höher angesetzt. WIESO!?!

Die gesamte Vorgehensweise wurde im Juli 2011 noch vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) selbst kritisiert, die geforderte Diskussion hat aber nie stattgefunden. Das mag unter Umständen daran liegen, dass der im BfR zuständige Mann für die Pestizidsicherheit derselbe Roland Solecki ist, der für das BBA diese unglaublichen Entscheidungen getroffen hat.

Das BfR hat - wie im Report nachgewiesen - ganz bewusst Beweise zum Vorteil der Industrie verändert und deren Bedeutung gezielt heruntergespielt.
Das ist für eine steuerfinanzierte staatliche Institution, deren Funktion der Schutz die Gesundheit der Bürger - in diesem Fall als Berichterstatter für die EU - für 508 Mio EU-Bürger inakzeptabel und MUSS personelle - wenn nicht strafrechtliche - Konsequenzen nach sich ziehen.

Ich war aufgrund der unterschiedlichen Studien bezüglich des Krebsrisikos bisher sehr verhalten mit meiner Aussage zu Krebs selbst, habe aber ja im Film "Gift im Darm" meine zwischenzeitlich wissenschaftlicher hinterlegten Thesen zu einer ganzen Reihe weiterer Krankheiten erläutert.

Aber nach diesem Bericht habe ich persönlich keine Zweifel mehr.
Zieht man die gekaufte Wissenschaft ab, bleibt nur noch ein riesiges knallrotes Ausrufezeichen hinter dem Wort Krebs, und damit muss das Mittel nach den EU-Reglementen umgehend verboten werden.


Die von Industriegeldern freien Studien weisen erdrückend auf den Umstand hin, dass Glyphosat krebserzeugend ist oder bei der Entstehung von Krebs eine Rolle einnimmt.

Dieser Umstand wird sich früher oder später ebenso offenbaren wie das bei einer ganze Reihe Vorgängerprodukte aus dem Hause Monsanto war, die ursprünglich als sicher galten und heute im Allgemeinwissen als hochgiftig gelten und deshalb verboten wurden.


Es stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wie viele Menschen bis zu dieser Erkenntnis noch sinnlos sterben oder schwer erkranken müssen.


Und wenn Ihr jetzt mal in Euch geht und überlegt, wen Ihr alles in Eurem eigenen Umfeld kennt, den Ihr bereits verloren habt oder der gerade mit Krebs kämpft, dann wird es wohl endlich Zeit, dass Ihr Euch an die Tasten setzt und im "Superwahlkampf-Jahr" jeden Politiker so lange nervt, bis er sich endlich mit den Wahrheiten zu diesem Thema auseinandersetzt. Ihr könntet diesen Leuten ja mal eine Kopie des Reports zukommen lassen und um Stellungnahme bitten. 

Das sind ein paar Zeilen. Na!?


Bis später.


Weiterführende Links:
Der Global-2000-Report (PDF)


Aktuelle Situation: 70% der Menschen haben das krebserzeugende Mittel derzeit in ihrem Körper nachweisen können


PS: An die Autoren

Lieber Helmut,
werter Peter,
liebe Claire,

Ihr habt mit diesem brillanten Report der Öffentlichkeit einen unschätzbaren Dienst erwiesen.

Im Namen der bald 17.000, die ich vertrete, und den 70%, die wir positiv mit Glyphosat gemessen haben
und von denen ein nicht unbeträchtlicher Teil gesundheitliche Probleme bis hin zu NHL haben
ein riesiges
D A N K E S C H Ö N

Montag, 20. März 2017

Lebensmittelsicherheit? Nicht mit DIESER EU!

NachdenKKlich
Wieso geben wir diesen Leuten so viel Macht?
Dieser Mann ist zuständig für die Lebensmittelsicherheit von 508 Millionen EU-Bürgern. Wieso?!


Nach akribischer Recherche aufgrund einiger Ungereimtheiten konnte ich am Wochenende ein paar interessante Fakten in einem neuen Film zusammentragen, die nicht nur das Glyphosat-Problem an sich betreffen, sondern ganz allgemein die Themen Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Europa.

Das Recherche-Ergebnis könnt Ihr in diesem 12-minütigen Film anschauen:


Zum Film

Und wenn man nun noch betrachtet, für welche Branchen er da zuständig ist...
Pharma-Industrie, Lebensmittel-Industrie, Aggro-Chemie...
Die ja jetzt alle nicht für einen moralisch hohen Standard berühmt sind...

Ich finde, damit kann man als normal denkender Mensch nicht weiter einverstanden sein.


Bis später.

Film: 
Vytenis Andriukaitis - Der EU-Gesundheitskommissar mit Risiken und Nebenwirkungen [NDV]


"Beipackzettel"
Alle Quellenangaben und Links zum Film als PDF


Freitag, 3. März 2017

Fruchtgezwergt - Zwei Punkt Null?

Kommentar/Kritik
Fruchtzwerge - Jetzt mit neuer Rezeptur
Entwickelt sich Danone in eine bessere Richtung?

Die ersten TV-Spots flimmern verführerisch über den Bildschirm und informieren über eine Veränderung. Vom Standpunkt eines längst gut eingeführten Produktes sogar eine drastische. Denn verändert wird nicht nur innen, sondern auch aussen.



Ich finde es ja sehr spannend, dass man interessante Daten zu einem Produkt, das sich an unsere Kinder richtet, heutzutage am besten aus einer Wirtschaftszeitung erhält. 
Erkennt man so vielleicht, an wen sich die Veränderung vor allem richtet: 
Etwa an die Aktionäre?

Im Artikel wird die Veränderung jedenfalls wie folgt begründet:

"Ab Februar ist das beliebte Milchprodukt Fruchtzwerge in einem moderneren Design und mit verbesserter Rezeptur erhältlich. Der Zuckergehalt wurde um 14 Prozent auf nunmehr 11,8 g pro 100g erneut reduziert. Auch das Design wurde angepasst: ein schlichtes Erscheinungsbild mit weißem Hintergrund spiegele den generellen Anspruch auf Natürlichkeit wider, so der Konzern."

Donnerlüttchen aber auch! 14 Prozent weniger Zucker! Da soll noch einer sagen...
Und - aha. Anspruch auf Natürlichkeit. Sehr schön. Natürlich ist immer gut. Oder?

Aber weiter im Text:
„Fruchtzwerge haben durch die jüngste Weiterentwicklung ein optimiertes Nährwertprofil, um den Anforderungen von Eltern im Hinblick auf die Ernährung und Entwicklung ihrer Kinder noch gerechter zu werden“, so Mira Koppert, Ernährungswissenschaftlerin bei Danone. Das Unternehmen setzt weiterhin auf Vitamin D und Calcium und verzichtet auf den Einsatz künstlicher Farb- und Konservierungsstoffe.

Ich hatte es befürchtet. Da arbeiten Ernährungswissenschaftler. 
Ein Hinweis darauf, dass sie wohl doch ziemlich genau wissen, was sie tun.

Es gibt einen Umstand am Internet, den ich immer mehr zu schätzen lerne.
Es vergisst nicht. Und vielleicht sogar noch weniger, wenn es in meinen Blog steht.

Und so ergibt sich die geniale Chance auf einen 1:1 Vergleich der Neuerung, was den Inhalt betrifft.

Auf, auf, zum lustigen Faktencheck:

In meinem Blogartikel vom 30. Juli 2015 habe ich ja dankenswerter Weise ein paar Details peinlich genau festgehalten, ein Hoch auf diese Gründlichkeit an dieser Stelle.

Und da steht zu damals zu den Zutaten:

Frischkäse, Zucker, Erdbeeren, Bananen, Aprikosen, Rote Bete Saftkonzentrat, Calciumcitrat, Aroma, Vitamin D.

Und jetzt auf der aktuellen Webseite liest man:

Frischkäse, Rahm, Zucker, Erdbeeren, Bananen, Aprikosen, Oligofructose, färbendes Konzentrat Rote Beete, Calciumcitrat, natürliches Aroma, Vitamin D.


Aha. Da ist also der Unterschied in der Rezeptur: Rahm, und Oligofructose.
Schauen wir gleich noch näher an...

Spannende Beobachtung noch nebenbei: 
Damals erklärte man uns noch, dass der Fruchtanteil bei stattlichen 6% läge. Diese Bezeichnung steht aktuell nirgends mehr. Wieso?! Ist man nicht mehr stolz genug auf den Fruchtanteil? Oder wurde der gar weiter reduziert? 


Jetzt muss man ja wissen, wie die Medien heute funktionieren. Die Susan Hasse vom Handelsmagazin Cash erfindet so einen Text ja nicht mehr selbst. 
Das wäre journalistische Arbeit, und die ist in diesen Tagen nicht mehr ganz so gefragt wie früher, als das noch ein flächendeckend ehrenwerter Beruf war.
Nein, heute bedient man sich an einem Presseportal. 
Und wie es der Zufall will stolperte ich so über das Original, von dem sie abgeschrieben hat.
Da steht noch ein bisschen mehr darüber, wie Danone bzw Frau Mira Koppert das neue Produkt gesehen haben möchte. Und siehe da, es ist gar kein Zufall, dass das von einer Wirtschaftszeitung abgeschrieben wird. Denn veröffentlicht hat Danone das Original auf dgap - die titeln mit "Financial News Directly From The Source".
Also "Finanznachrichten, direkt von der Quelle". Fiiii-nanz. Nachrichten.

Und auch wenn der Frau Hasse von Cash die digitale Tinte ausgegangen ist, oder der Platz - da sind noch ein paar Highlights drin, die eigentlich schon aus Prinzip nicht verloren gehen sollten. 

Gut zu wissen:
* Da es sich bei FruchtZwerge um ein Milchfrischeprodukt handelt und
Laktose (Milchzucker) ein natürlicher Bestandteil der Milch ist, kommt
diese auch in FruchtZwerge vor. Laktose besitzt allerdings nur eine sehr
geringe Süßkraft, ist also nicht mit normalem Haushaltszucker vergleichbar.

Aha. Wie bitte? Weil Zucker in einem Rohstoff drin ist und weniger süss, kann man ihn nicht mit Haushaltszucker vergleichen. Jo. Stimmt. Ist aber meiner Meinung nach ganz bewusst irreführend  formuliert, denn die Mütter interessiert ja nicht die Herkunft, sondern die Wirkung, und die ist sehr wohl vergleichbar. Aber weiter:

* Die Deklarierung des Zuckers in FruchtZwerge bezeichnet den
Gesamtzuckergehalt. Von den 11,8 g Zucker pro 100 g sind 3 g Laktose, auch
die zugesetzten Früchte bringen fruchteigenen Zucker (ca. 0,7 g) mit. Pro
Becher (50 g) werden dann noch ca. 4 g Zucker zugesetzt, um den Geschmack
abzurunden.
Da ist es wieder. Fruchteigener Zucker. Natürlich. Auch das meiner Meinung nach bewusst in die Irre geführt, denn Zucker ist Zucker und fruchteigene unter Umständen je nach Fruktosegehalt sogar ungünstiger. Aber Mütter liebens ja natürlich, für die Kids.

Aber jetzt kommt der echte Graue-Zellen-Bügler. Folgt ihr mir mal eben schnell:
Von 11,8g Zucker pro 100 Gramm sind 3 Gramm Laktose (also der "gute" Zucker aus Milch)
und 0,7 g kommt aus den zugesetzten Früchten (heisst 0,7%, btw...). Und jetzt kommts.
Pro 50 Gramm Becher werden ca 4 Gramm zugesetzt. Habt Ihr's gemerkt?!

Ein typischer Industrie-Taschenspieler-Trick, der sich darauf verlässt, dass man die Zahlen alleinstehend liest und nicht mitdenkt. Aber sorry, ich denk halt nun mal mit.

Ich vereinfache den Satz daher neu und setze alles auf 100 Gramm, für den besseren Vergleich: 
"Von 11,8g Zucker pro 100 Gramm sind 3 Gramm Laktose, 0,7g aus den Früchten und ca ACHT(!) Gramm auf 100 zugesetzt, um den Geschmack abzurunden." 

Klar, wie das läuft?! Schwubs ist nämlich das "abrunden" tatsächlich das Doppelte vom übrigens keinen Deut günstigeren Zucker, den man hier so hartnäckig als natürlich verkauft.
Und das würde nicht nur das Wort "abrunden" ins Lächerliche ziehen (wo es hingehört), sondern auch das Scheinargument mit den Haushaltszucker oben absurd erscheinen lassen (was es ja auch ist).

Und jetzt kommt die Stilblüte, die mich vermuten lässt, warum der Cash-Susan die digitale Tinte und der Platz ausgegangen ist. Ich gehe mal davon aus, dass sie den Zucker-Trick nicht bemerkt hat. Aber das was jetzt kommt, war ihr vermutlich selbst zu komisch...
Susan, falls Du das liest kannst mich das ja mal wissen lassen... 
Meine Emailadresse ist nicht schwer herauszufinden, steht irgendwo schon ein paar Mal hier im Blog.

FruchtZwerge - der ideale Snack für den Nachmittag

Für Kinder in Deutschland ist der Snack am Nachmittag eine wichtige
ergänzende Zwischenmahlzeit. Anders als in vielen anderen Ländern dürfen
Kinder hier oft selbst entscheiden, was sie am Nachmittag essen.
FruchtZwerge sind durch ihr Nährwertprofil eine schlaue Wahl und eine
wertvolle Alternative zu Keksen, Schokolade und anderen Snackprodukten für
Kinder. 

Was für ein Yak-Mist auf Rädchen! Aber danke sehr, jetzt ist das mit den 2 Stück aus meinem ersten Blogbericht dazu wenigstens vom Hersteller selbst als "amtlich anerkannt" beschrieben.

Auch bieten FruchtZwerge schon seit ihrer Markteinführung vor über
35 Jahren im Vergleich zu vielen anderen Milchprodukten einen
entscheidenden Vorteil, wie Mira Koppert, Dipl.-Ökotrophologin bei Danone,
erklärt: "Wir haben die Konsistenz der klassischen FruchtZwerge so
entwickelt, dass sie von Kindern ganz selbstständig und ohne zu kleckern
gelöffelt werden können. 

Ehrlich?! Wie klein sind eigentlich Kinder, die kleckern? Das müssen wir doch beim WHO-Zuckervergleich direkt mal im Hinterkopf behalten, bitteschön. Was für ein Quatsch.

Die enthaltenen Früchte sind fein püriert, da Kinder Fruchtstücke oft nicht mögen. 

Erziehen wir nach dem Danone-Verständnis also selbstständige Kinder, die nur püriert vertragen. Gute Idee, Frau Koppert. Sie sind ein Genie! Ich gehe mal davon aus, dass Sie ihr Diplom nicht unbedingt an einem lauen Weihnachtsabend im Glühwein gefunden haben, von dem her wissen sie genau, was das für die Aufnahmefähigkeit bei "fein püriert" mit dem enthaltenen Zucker bedeutet, richtig?!

Außerdem ist die Größe der Becher
ideal, um von Kinderhänden alleine gehalten zu werden." Diese Entwicklung
ist kein Zufall: Denn FruchtZwerge liegt das Thema Selbstständigkeit bei
der Entwicklung von Kindern sehr am Herzen.

Verdammich aber auch. Die Kleckerkinderhände also. Gleich nochmal im WHO-Vergleich was für den Hinterkopf...

Wussten Sie schon?
* 90 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass der Snack ein wichtiger Teil
der täglichen Ernährung ihrer Kinder ist.*
* Joghurt ist der zweitliebste Snack für Kinder in Deutschland (54 Prozent).*
* Eltern geben ihren Kindern gerne Joghurt als Snack, weil ihre Kinder den
Geschmack lieben.*
*Afternoon snacking study, Dezember 2015

90% der Eltern irren. 54% haben noch nie auf den Zuckergehalt der Joghurts geschaut.
Nicht der Geschmack von Joghurt wird von den Kindern in diesem Fall geliebt, sondern der enthaltene Zucker. Und nebenbei bemerkt vermisse ich in der Zutatenliste den Joghurt überhaupt, was soll also das Argument und der Vergleich?! Frischkäse hat gemäss Definition überhaupt nichts mit Joghurt zu tun?

Und - kann mir jemand die genannte Studie zuschicken bitte?
Ich fand keine im Web. Die dem Titel nächste dazu hatte etwas mit Beerenkonsum zu tun.
Nicht mit Fruchtzwergen oder sonstigen Süssigkeiten als Snacks. Anyone?!

FruchtZwerge - Sag Ja zu Selbstständigkeit

Manchmal ist es gar nicht so einfach "Ja" zu sagen - das wissen viele
Eltern. Kinder sind aktiv, probieren gerne Neues aus und entdecken die Welt
mit eigenen Augen. Eltern stehen vor der großen Aufgabe, ihre Kinder beim
Großwerden zu begleiten, sie zu beschützen und ihnen trotzdem Freiräume zum
eigenständigen Entdecken zu geben. FruchtZwerge als vertrauter und
beliebter Begleiter vieler Generationen möchte Kindern und Erwachsenen bei
dieser spannenden Reise zur Seite stehen.

Bla... blaa.... bla... Die spannende Reise in die Zuckersucht und zur späteren Diabetes?
Oder was genau ist damit denn nun gemeint? 


Was hat sich aber nun tatsächlich eigentlich verändert?!
Was macht die neue Rezeptur gegenüber der alten aus?
Dank des Screenshots im alten Blogbericht habe ich den Luxus, das mal 1:1 gegenüberzustellen:




Vergleichen wir also die Bechergrösse 50 Gramm Neu zu alt im Faktencheck:

1) Der Brennwert ist gerade mal um 1(!!!) Kilokalorie gesunken. 

2) Der Fettgehalt ist gleich geblieben, allerdings ist der Anteil der gesättigten Fettsäuren jetzt über verdoppelt. Ausgehend von Frau Dipl.-Kopperts Dipl-Standard ist das eine massive Verschlechterung, denn die DGE schreibt ja "Hinsichtlich der Fettqualität sollten gesättigte Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren ausgetauscht werden. Damit sinkt das Risiko für koronare Herzkrankheiten und die Gesamt- und LDL-Cholesterolkonzentration im Blut."
3) Der Zucker wurde um sagenhafte 0,5 Gramm gesenkt. Glanzleistung!

4) Das Verkaufsargument Calcium scheint zu bröckeln, da spart man sich neuerdings ein Viertel, und 

5) Vitamin D ist um mikroskopische 0,03 Mikrogramm angehoben.

14% Senkung des Zuckers sind also pro Becher ein halbes Gramm.
Mann, mann, mann... 

Und was ist mit den beiden neuen Zutaten?

Rahm: 
Nunja, der könnte tatsächlich zu einem früheren Sättigungsgefühl beitragen, wenn da nicht die anderen Zutaten wären, die das wohl wieder aufheben.

Oligofructose:
Ein Zucker, den man nicht extra ausweisen muss. Das heisst, man hat wohl die Zuckersenkung erreicht, indem man einen Zucker beigemischt hat, der nicht unter "davon Zucker" auftauchen muss, möglicherweise ist also faktisch sogar mehr drin als vorher.
Man weiss es nicht. 
Tatsache ist, dass dieser Zucker gemäss den Herstellerstudien, die für die Zulassung eingereicht wurden nicht vom Körper aufgenommen werden kann. Ich muss Euch kaum erklären, was ich von Hersteller-Studien für eine Zulassung halte, nicht wahr?
Die EFSA hatte sich jedenfalls lange gewehrt, die von den Herstellern angeführten Vorteile anerkennen, bis 6 Hersteller-Studien das "unumstösslich" gemacht haben.

Fakt ist aber in jedem Fall auch, dass der Verbraucherschutz dazu schreibt:
"Der künstliche Zusatz von Oligofructose ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Bei den bisher durchgeführten Studien wurden beispielsweise 10 Gramm Oligofructose pro Testmahlzeit verzehrt. Diese Menge verursachte zum Teil heftige Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Solche negativen Begleiterscheinungen sind natürlich unerwünscht. Die zugesetzte Menge wird deshalb in der Praxis erheblich reduziert. Ob diese geringen Mengen überhaupt noch wirken, ist fraglich. Zudem handelt es sich bei den mit Inulin oder Oligofructose angereicherten Produkten meist um stark verarbeitete Lebensmittel."

Ebenso verwunderlich ist, dass die wie die Hersteller behaupten nicht verstoffwechselte Oligofructose von Fructoseintoleranten teilweise als ein grosses Problem angesehen wird.

Ich persönlich gehe davon aus, dass wir auf das gleiche Problem schauen wie ich das schon für Inulin beschrieben hatte. Eine Fehlbesiedlung im Darm - die ja heute dank einiger Umweltgifte wie Glyphosat gar nicht mehr so selten ist - macht die OF zum Problem. 

Sollten die Kleinen also nach übermässigem Zwergengenuss von sich aus mit Magenkrämpfen zum Kinderarztbesuch einladen, so weiss man spätestens dann, dass diese neue Zutat wohl doch eher keine gute Idee war.

Der WHO-Zuckervergleich
Holen wir also zum guten Schluss nochmal die kleinen selbständigen Kinderkleckerhände aus unseren Hinterköpfen, die laut Hersteller doch gerne 2 Becher dieses Produkts
zu verzehren haben. Die Kiddies freuen sich beim Genuss von 100 Gramm noch immer über rund 5 Zuckerwürfel. Und bezogen auf die Tagesobergrenze für 4 - 8 jährige von der WHO sind 2 von diesen Dingern immer noch so viel, dass sie an diesem Tag nichts anderes mehr mit zugesetztem Zucker zu sich nehmen sollten.


Was also ändert das neue Rezept?
Nicht viel. Vielleicht 2 Ticker nach oben bei der Danone-Aktie. Für Eure Kinder: Nichts.

Ich kann Euch aber sagen, was es nicht ändert:
Meine wachsende Überzeugung, dass diese Konzerne aktuell tatsächlich allesamt nur zu Kosmetik und neuen Verpackungen in der Lage sind, aber nicht zu einschneidenden Veränderungen hin zum Wohl des Kunden. Was gerade bei Kindern eben nicht akzeptabel ist. Und an die richtet sich das Produkt ganz klar. 
Deshalb das Gerede von den Klecker-Patschehändchen.


Das Schlusswort hat nochmal Danone:
"Eltern stehen vor der großen Aufgabe, ihre Kinder beim Großwerden zu begleiten."


Richtig. Gross. Von dick war nicht die Rede.


Bis später.




Weiterführende Links:
In diesem Text direkt verarbeitet.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Die Sache mit den Portionen

KKWissen
Das Portionen-Problem und ein Lösungsvorschlag

Vom Aufessen und vom Sattsein

Mindestens wer in meiner Generation aufgewachsen ist kennt noch Sprüche wie "Iss auf - die Kinder in Afrika wären froh, sie hätten überhaupt etwas zu essen".

Ich gehe mal davon aus, dass das heute nicht mehr so oft der Fall ist, denn für die Kinder in Afrika ist ja zwischenzeitlich bestens gesorgt.

Dank Futter-Giganten wie Nestlé, die sie nicht mehr nur mit ihrem eigenen Wasser teuer beglücken, sondern auch den ganzen Kontinent nach und nach mit all den Ernährungsgewohnheiten impfen, die uns schon kaputt gemacht haben.

Und dank Bundeslandwirtschaftsminister-Darsteller Christian Schmidt. 

Der sorgt für Milchpulver, Milch und Schweineohren vor Ort. 
Das macht zwar den einheimischen Bauern jetzt das Geschäfts kaputt und die deutsche Investion aus Steuergeldern in eine teure Molkerei aus Entwicklungshilfe-Geldern, die nun still steht, aber wen kratzt das schon. Wir werden das erst merken, wenn die EU die Mauer gen Süden noch ein Stückchen höher bauen muss, weil sich der arbeitslose Milchbauer in den Norden aufmacht, auf der Suche nach neuen Perspektiven...

Allein Monsanto bleibt da ein bisschen auf der Strecke der hilfsbereiten Weltkonzerne, die sich um das Wohl der Afrikaner kümmern. Denn so richtig klappt das Konzept nicht. Dort werden jetzt mehr Menschen durch den ganzen Aggro-Chemie-Kram krank, und statt mehr Ernte wie Monsanto verspricht gibt es jetzt weniger...

Aber zurück zum Thema: Iss auf!





In jedem Kochbuch steht irgendwo klein in der Ecke sowas wie "Für 2 Personen".

Auf Fertigfutter-Dosen und -pappschachteln findet sich gerne mal der Aufdruck 2-3 Portionen.


Und Mutti? Meint es gut. Sehr gut. 
Im schwäbischen heisst das dann "Iss was, damit de was wirsch".
Und je nach Mutti klappt das auch mit dem "was werden". 
Manchmal wird man was, und manchmal sogar dick.

Ich kann Euch gar nicht mehr sagen wie oft ich nun schon besorgte Muttis dabei beobachtet habe, die ihrem Kind noch den vierten Zucker-Keks zwischen die noch nicht vorhandenen Zähne rammen. Obwohl die Körpersprache des Kindes schon beim zweiten deutlich rebellierte und gesagt hat: "Mama, es reicht!" Ich habe aufgehört, das zu zählen...

Essen ist toll!
Es entspannt, macht glücklich und zufrieden.

Das Hormoncocktail, das uns der Körper zur Belohnung dafür ausschüttet, dass wir ihn mit Nachschub versorgen, kümmert sich da wirklich ganz rührend um uns. 


Aber unter Zwang?!

Steckt nicht in diesem ganzen Portionen-Gedöns und Für-X-Personen-Vorgaben ein riesiger Denkfehler?!

Erklärt mir doch bitte mal, mit welchem Recht ein Hersteller 2 Portionen darauf schreibt?


Beispiel:

Maria ist 1,60m gross, 55 kg schwer und sitzt den ganzen Tag an der Nähmaschine.


Währenddessen schiebt Urs seine stattlichen 1,90m und seine durch den Job als Zimmermann bestens durchtrainierten 86 Kilo reinster Muskelmasse täglich stundenlang über die Dächer der Stadt.

Wieso glauben wir, dass unter diesen dermassen unterschiedlichen Voraussetzungen die Portion für beide richtig ist?

Gingen Maria und Urs zusammen in eines dieser Feinschmecker-Restaurants hätte Maria wahrscheinlich tatsächlich nach dem dritten Gang genug, während Urs flehentlich den Teller anhebt und darunter nachschaut, ob das wirklich schon alles war...



Ich verstehe das. Man braucht einen groben Massstab. 
Etwas, an dem wir uns orientieren können. Deshalb der Aufdruck auf der Packung.
Deshalb die Bemerkung in den Kochbüchern.

Aber das geht doch im wahrsten Sinne des Wortes am Bedarf vorbei.

Und wenn man dann noch den Geist der Mutter auf der Schulter sitzen hat, der flüstert "Iss auf!", dann wird das Portionendenken zum Problem. 

Denn statt satt werden wir voll, aus den eigentlich von der Natur geplanten Gefühlen wie Glück, Entspanntheit und Zufriedenheit werden so erstaunlich oft eher "Nicht satt" oder "Ranzenspannen".

Bei den KK-Rezepten auf unserer Seite haben wir diese Portionsangaben nicht.
Was öfters für Rückfragen sorgt. Aber statt Euch vorzugeben, wieviel Ihr essen sollt ist unsere Philosophie eine andere:
Nicht wir bestimmen die Menge, Euer Hunger bestimmt das.

Weil wir nicht wissen können, ob Du eher eine Maria bist, oder eher ein Urs, der unsere Rezepte liest und nachkocht.

Aber bei dem bin ich komplett auf Eurer Seite: 
Essen wegschmeissen ist doof. Hungern sogar noch doofer, das wisst Ihr ja.

Hier ist mein Vorschlag, wie Ihr damit umgehen könnt, Euren ganz persönlichen, eigenen Massstab zu finden:

Visualisiert Euer Essen! 

Das Bild da oben habe ich heute am Vormittag geschossen, als ich mir mein Frühstück gemacht habe. Ich habe alle Zutaten auf den Tisch gelegt (das mache ich natürlich nicht immer ganz so sehr ordentlich wie für das Foto), und habe in mich gehorcht: 

Wie viel davon könnte ich mir jetzt in diesem Moment im Rohzustand vorstellen, davon zu essen? 


Dann eine Tomate dazu, ein Karöttchen weg, ein paar der Zuckerschoten zurück in den Vorratsbehälter. 

Wenn ich mir anhand des Blickes auf die Rohzutaten vorstelle, wieviel ich in diesem Augenblick davon verdrücken könnte, liege ich fast immer genau richtig. 

Klar, bei ein paar Lebensmitteln muss man berücksichtigen, dass sie noch Wasser verlieren, bei ein paar ist das Gegenteil der Fall und sie ziehen Wasser.
Berücksichtig man diesen Umstand mit, kommt man auf einen guten Massstab.

Der ist aber im Unterschied zum Aufdruck von Herrn Dr. Oetker ganz auf meinen individuellen, persönlichen Bedarf zugeschnitten. 
Und zwar sogar auf den, den ich just in diesem Moment verspüre, wenn ich mit dem Kochen anfange.


Und schon ist das Portionen-Problem nicht mehr meins.
Probiert das doch auch mal aus!


Bis später.


PS - Nicos Bonus-Tipp: 
Wer sich schon öfters geärgert hat, dass Eier gerne von der Arbeitsplatte kullern und wer wenig Spass daran findet, die Sauerei auf dem Boden wegzuwischen... Auf dem Foto sieht man das Küchenhandtuch bei den Eiern. Das ist nicht nur für das Foto so, das mache ich tatsächlich so: Kleines Kissen draus formen, Eier drauf legen. 
Ich fluche seither sehr viel seltener...


Weiterführende Links:

ZDF Planet)e: Globale Dickmacher (deutsch, 28:29 min) 
Wie die Lebensmittelindustrie die Armen verführt

Nestlé: Bottled Life - WDR die Story (deutsch, 44:47 min) 
Wie Nestlé in Afrika den Menschen das Wasser wegnimmt um es ihnen dann wieder teuer zu verkaufen

ZDFzoom: Der Irrsinn mit der Milch (deutsch, 28:59 min)