Donnerstag, 14. Juli 2016

Heute schon gelachst?


SKKandalös: Laxe Lebensmittelsicherheit bei Lachsen Lebensmitteln

Wenn beim Fischgenuss mehr 
als nur die Gräte im Hals stecken bleibt...
Fischgenuss mit 100% eingebauter Sicherheit auf Giftrückstände



Vor etwas über 2 Jahren lernte ich zum ersten Mal im Rahmen einer Dokumentation von Problemen bei der Lachszucht aus Aqua-Kultur. Die eng beieinander gehaltenen Lachse hatten Deformationen und Tumoren entwickelt. 

Die Tiere waren teilweise derart unansehnlich, dass kein normaler Mensch auf die Idee käme, sie zu essen. Der Verbraucher bekommt davon allerdings nichts mit. Denn den filetierten Fischen, die wir hier in den Läden zu kaufen bekommen, sieht man das ja dann nicht mehr an.

Als wirklich beunruhigend empfand ich dann aber zwei weitere Informationen in der Doku.

Das eine waren mit versteckter Kamera aufgenommene Bilder von der Fütterung. 
Dort waren Männer in weissen Schutzanzügen mit Gasmaske zu beobachten, die säckeweise Fischfutter in das Gehege schütteten. 
Das sah alles andere als gesund aus, und ich wunderte mich, was wohl in dem Futter sein könnte, das den Einsatz von solch dramatischen Schutzvorrichtungen bei der Fütterung voraussetzte.

Das zweite war dann die Reaktion der norwegischen Fischerei-Ministerin, als sie darauf angesprochen wurde. Meine Menschenkenntnis sagte mir sofort, da wird etwas verheimlicht und vertuscht. 
Und folgerichtig berichtet dann die Doku auch ein paar Sätze später, dass die Ministerin selbst Inhaberin von solchen Fischfarmen ist, also mit den Praktiken bestens vertraut. Um so schwerer zu ertragen, dass sie recht aggressiv auf die Vorwürfe reagiert hat und klar gestellt habe, dass es da über nichts zu berichten gäbe.




Für mich war damals schon klar - irgendetwas stimmt da so gar nicht, mit der Lachskultur. Ich empfahl also relativ regelmässig, auf diesen Fisch zu verzichten und auf Wildfang oder Bio auszuweichen...

Das brachte mir einiges an Kritik ein, da es eben wohl im Netz auch Gegendarstellungen der Fischindustrie gibt. Manche davon sind anscheinend nicht einmal direkt als solche zu erkennen, der "Absender" der "Alles-Ist-Gut-Botschaften" wird teilweise geschickt kaschiert, in dem man andere Leute vorschickt, die Aquakultur als ideal darzustellen.



Meine eigene Entscheidung war jedenfalls klar: Ich habe seither sehr konsequent darauf geachtet, keinen Fisch aus Aquakultur zu kaufen. Lieber habe ich ein bisschen mehr Geld in die Hand genommen und den etwas teureren Wildlachs gekauft, wenn mir danach war.

Wie goldrichtig ich mit dieser Entscheidung lag, lernte ich nun gestern.

Denn nicht nur, dass Tiere, die so eng beieinander gehalten werden oft vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden, dass die Schwarte kracht (50% der Weltproduktion Antibiotika werden in der Tierzucht verbraten) - nein - jetzt ist wohl auch klar, was die Deformationen und die Tumoren erzeugt. Und das ist alles andere als... "nett". Im Gegenteil. Ich denke, das ist wirklich ein Ding, über das es lohnt, intensiver zu berichten.


Na denn mal los...


Gestern berichtete die Sendung plusminus von Rückständen einer chemischen Verbindung namens Ethoxyquin und Ethoxyquin-Dimer in Lachs. Ein Mittel, das als Pflanzenschutzmittel zwischenzeitlich verboten ist, weil man es "als nicht mehr sicher" erachtet. Brisant: Als Konservierungsmittel in Tierfutter ist es jedoch erlaubt.






Grenzwertig.
Nun sind die Lebensmittelsicherheit-Fritzen ja nicht ganz so naiv zu glauben, das Mittel würde sich nicht im Fleisch der Tiere wiederfinden, weshalb sie dann folgerichtig einen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kilo von beiden Stoffvarianten zusammen festgelegt (oder auch: ausgewürfelt) haben. 

Stutzig macht: Obwohl das als Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen ist gibt es seltsamerweise einen gleich hohen Grenzwert bei Obst und anderen pflanzlichen Lebensmitteln. Aha. Warum?!

Aber zurück zum Fisch... 
Für Fisch gibt es - wieso auch immer - gar keinen Grenzwert.
Somit ist es wurscht - äh Fisch - wieviel davon enthalten ist, man darf den Fisch verkaufen. Verkehrsfähig, heisst das dann im Fachjargon.

Nun haben die plusminus-Leute 8 Proben frischen, tiefgekühlten und geräucherten Lachse bei ALDI, REWE, EDEKA und REAL aus dem Regal gekauft und dieses ins Labor gegeben. Und oh Wunder...

ALLE 8 Proben waren belastet und das zum grossen Teil erheblich höher, als es bei Fleischwaren erlaubt wäre. 

Der traurige "Testsieger" hatte sogar über 237% (!!) mehr an Rückstand von dem Stoff als das in einem Rindersteak erlaubt wäre.  

Und - mangels Grenzwert ist das sogar ganz legal. Wow...
Wie bescheuert kann man denn noch sein?!



Und weiter heisst es in dem Bericht in den Discounter-Reaktionen, als sie mit dem Testergebnis konfrontiert werden: 
"Es gibt derzeit kein Futtermittel bei der Produktion von konventioneller Aquakultur, das ohne Ethoxyquin auskommt" 
BÄM! 100% Chance auf Rückstände! Klasse. Na wunderbar...




So - und wie relevant ist das denn nun überhaupt? Sehr!
Nun - es ist bewiesen, dass diese Rückstände in Muttermilch gefunden worden sind, es ist belegt, dass es sich auch im menschlichen Körperfett anlagert (wunderbar für uns: wenn man dann abnimmt, dann wird es im Körper wieder freigesetzt), es schädigt die Erbsubstanz, schädigt die Organe, verändert den Stoffwechsel der Leber, überschreitet die Blut-Hirn-Schranke und Toxikologen äussern offen die Befürchtung, dass es die Gehirnentwicklung von Babies schon im Mutterleib stört.


Anders gesagt: Aquakultur ist die 100%ige Chance, sich mit einem Stoff zu belasten, der so richtig was kann, wenn es ums krankmachen geht.


Und was nun ebenfalls beunruhigen könnte...
Natürlich ist das nicht nur auf den Lachs beschränkt. Das betrifft tatsächlich alle Fische und auch Shrimps aus konventioneller Aquakultur.

Aber ausserdem:
Das Zeug ist nicht nur in Fischfutter, nein, das ist offensichtlich auch in Hunde- und Katzenfutter (Gruss an Eure Lieblinge an dieser Stelle) und natürlich auch in dem Tierfutter als Konservierungsmittel, das unser Geflügel, unsere Schweine und Rinder satt macht. Mahlzeit!



Hört jemand gerade jemand am Horizont BuMEL Christian Schmidt und seine Kumpanen im Ernährungsausschuss des Bundestages leise mal wieder säuseln: 
"Die Lebensmittel sind sicher wie nie zuvor..."?


Die Rolle der EFSA
Lebensmittelsicherheit. Für Europa ist da ja die im Beitrag genannte EFSA zuständig. Die hatte ja jüngst schon eine unrühmliche Rolle bei der Glyphosat-Sache. Und genauso verhält es sich bei Ethoxyquin. Auch hier stinkt das Drumherum bis ins Ozonloch.

Im Oktober 2015 veröffentlichte ein 20köpfiges Gremium der EFSA eine  58-seitige "Sicherheitsbewertung der Substanz", in der sie zu dem Schluss kommen, dass sie das Risiko mangels Daten nicht abschliessend bewerten können. Gähn... 
Wer nicht davon überfordert ist, bitte einmal näher in die 58 Seiten schauen, das ist wirklich spannend für die, die das lesen können.

Wenn man sich dann die Mühe macht, die Erklärung zu Interessenkonflikten der Gremiummitglieder näher anzuschauen kommt man aus dem Kopfschütteln kaum heraus:

Tätigkeiten bei Tierfuttererzeugern, in der ILSI, bei der Milcherzeugung (shhht, das ist auch in der Muttermilch nachgewiesen...) und dann 2 Vertreter des deutschen BfR, die im Nebenjob den rechtschaffenen Landwirt über die Agrarzeitung über die Vorzüge von Kraftfutter informieren oder bezahlte Vorträge bei dem Deutschen Verband Tiernahrung e.V. halten, in dem so ziemlich alle vereint sind, die sich um die Produktion von Tierfutter kümmern.

Und es gibt noch zwei Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man verstehen will, warum die EFSA (wieder mal) zögert, den überfälligen Schritt der Notbremse zu ziehen...

Wer hat's erfunden?

Wer produziert und vertreibt es?
(siehe Historie, 1992- Joint Venture und alle Verknüpfungen zur Tiernahrungsindustrie)



Ja, aber... Omega 3 und so? Fischwoche? Heisst das jetzt Totalverzicht?
Nicht unbedingt. Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) testen auf Anforderung Lebensmittel auf Rückstände. Und das CVUA Freiburg veröffentlichte als Reaktion auf eine andere Fernseh-Doku bereits einen interessanten Bericht.

Besonders spannend ist die dort enthaltene Grafik, wie sich die Belastung auf die unterschiedlich erzeugten Produkte verteilt:




Diese Grafiken sprechen Bände, und ich denke es sollte klar sein, auf welche Variante man besser verzichtet und zu welcher man greifen kann... Der grüne Kasten steht jeweils für Wildlachs oder Bioaufzucht. Alles andere bedeutet nicht einmal, ob es belastet ist oder nicht. Sondern allenfalls - wie hoch.


Ein klein bisschen ökologisches Gewissen noch: 
Wildlachs ist schon seit längerem vom Aussterben bedroht, die Ökobilanz ist nicht gerade rosig wie Lachssteak und auch die Fangmethoden sind teilweise im Gerede. Das sollte man ein klein bisschen im Hinterkopf haben wenn man ihn kauft. 

Bleibt noch Bioqualität. 
Ist ein bisschen teurer, muss aber ja auch nicht jeden Tag sein, nicht wahr? 



Mein persönliches Fazit: 


Wer bis eben noch fetten Fisch aus konventioneller Aquakultur gekauft hat, war uninformiert.  

Wer es jetzt noch tut, ... 


Bis später.




Weiterführende Links:
Ethoxyquin - Wikipedia

planet e - Ein giftiger Verdacht
ZDF plusminus "Zuchtlachs mit Chemikalie belastet" 6:45 Min deutsch (13.07.2016)
EFSA - "Sicherheitsbewertung ohne Ergebnis" PDF, 58 Seiten Oktober 2015

EFSA - FEEDAP-Gremium-Mitglieder Interessenkonflikt-Erklärung und Lebensläufe
Amtliche Messwerte: CVUA Ethoxyquin in Lachs


Mittwoch, 6. Juli 2016

Gift für den Körper vs Gift für die Abnahme vs Gift für die Wahrheit

KK-Wissen
Eine Frage der Perspektive: "Giftige" Lebensmittel
... und was man aus "Fachbeiträgen" aus der Lifestyle-Presse alles lernen kann


Aufgrund eines verlinkten Beitrages von einem unserer Mitglieder in unserer Facebook-Gruppe, in dem ein über 3 Jahre alter Bericht vom März 2013 über Glutamat eher positiv spricht ergibt sich eine gute Gelegenheit, ein paar Dinge näher zu beleuchten...





Gift für den Körper
Es gibt Substanzen, die bei KK gemieden werden, weil sie entweder bereits 
klar gezeigt haben, dass sie ungesund sind, oder in sehr begründetem Verdacht
stehen, das zu sein. 

Glyphosatrückstände im Essen können das. Aspartam kann das. 
Und Fructose kann das. Um ein paar Beispiele zu nennen.

Die gemiedenen Stoffe müssen gar nicht unbedingt einen direkten Einfluss auf die Abnahme haben, wobei sie es indirekt interessanterweise doch öfters tun, als uns lieb sein kann.

Da wir aber mit KK ja versuchen, eine möglichst gesunde Form der Ernährung zu suchen - und der Erfolg gibt uns ja Recht damit - sind diese Stoffe bei uns so markiert, dass wir sie aus dem Essen rauslassen. Ich denke, das ist leicht verständlich.


- vs - 

Gift für die Abnahme
Und dann gibt es Wirkstoffe, bei denen eine Schädlichkeit für den Körper (noch) nicht
nachgewiesen ist, von denen man aber doch recht sicher weiss, dass sie ihren eigenen Anteil an der Tatsache haben, dass wir 67% übergewichtige Männer, 53% übergewichtige Frauen und jedes fünfte Kind im Übergewicht haben.

Das Ding mit dem Übergewicht mag zwar heute zwischenzeitlich bei diesen Zahlen und einem gewissen Gewöhnungseffekt für viele zur Normalität geworden sein, ist es aber keineswegs. Und die Gesundheitszahlen zeigen ja leider auch eindrucksvoll, das es keine dauerhafte Normalität werden sollte.

Glutamat lässt uns mengenmässig mehr essen, als wir das natürlicherweise ohne tun würden. Das heisst, es bescheisst unser natürliches Satt-Gefühl und beeinflusst damit natürlich auch, wie viel Energie wir aufnehmen. 

Zusätzlich suggeriert uns Glutamat auch noch, da käme hochwertiges Eiweiss, und dann kommt irgend ein anderer Kram. 

Zumindest bei anderen Stoffen hat da die Wissenschaft schon Ansätze, dass dieses "den Körper an der Nase herumführen" nicht ganz folgenlos bleibt. Und - wenn Ihr mich fragt - wird das hier nicht anders sein.

Somit ist Glutamat in jedem Fall "Gift für die Abnahme", inwiefern es in der industriell/chemisch erzeugten und gerne in Fertigfutter verwendeten Variante eventuell sogar in die obige Kategorie "Gift für den Körper" passt, da streiten sich die Gelehrten wie bei vielen Dingen, die viel Geld bringen und wo man Gegenstudien kaufen kann vermutlich noch bis zum Sankt Nimmerleinstag... 



- vs - 


Gift für die Wahrheit

Mittenrein - was man aus dem Artikel selbst alles lernen kann.

Interessant ist, dass in dem Artikel unten eine Organisation zitiert wird, die sich Umami Information Center nennt. Schaut man ein bisschen nach, wer das ist, soll sie eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation sein, die sich für die Geschmacksrichtung "Umami" weltweit einsetzt. (Wo ist eigentlich die NGO für "bitter"?)

Dafür, dass das deren Hobby sein soll, kommt die Organisation aber doch mit einer sehr professionellen ansprechenden Webseite daher. Muss man ihr lassen... Schön geworden.



Und auch die Abfrage, wer die Domain registiert hat zeugt jetzt nicht unbedingt vom Umstand, das seien reine Hobby-Umami-"stiker". 



Fairerweise muss man sagen, ich habe bei den Worten GMO gleich gezuckt, aber es scheint sich tatsächlich um einen Internetprovider zu handeln, der nur einen - für diesen Kontext hier - unglücklichen Namen hat. Über das Laboratorium war nichts zu finden, die Seite, über die die Emailadresse läuft hat keine aufrufbare Webseite. Mir fällt jedenfalls keine andere Non-Profit-Organisation ein, die das Wort "Labor" trägt, aber das mag eine irrtümliche Betrachtung sein. 

Weniger irrtümlich sondern real ist die Antwort auf die folgende Frage:

Gibt es eine Verbindung mit dem weltgrössten Hersteller von Mononatrium-Glutamat Ajinomoto? Ja, die gibt es und zwar hier, dort leiten die Hobby-Glutamaten sogar ein komplettes Symposium für Ajinomoto.

Auch wenn ich das jetzt nicht in der Kürze der mit zur Verfügung stehenden Zeit endgültig belegen kann, sehe ich nach meiner Auffassung hier doch zumindest erste gute Anzeichen, dass es sich bei denen um einen Werbearm der Lebensmittelindustrie handelt, nichts weiter sonst. Es wäre in jedem Fall doch sehr spannend in deren Geschäftsunterlagen zu sehen, wer die so sponsert.

Um Ajinomoto in dem ganzen Spiel einzuordnen habe ich hier mal eben die Liste, mit welchen Heilsbringern für die Gesundheit die sich in der Lobby-Organisation ILSI so tummeln:


Kleiner Hinweis zur Markierung auf der Grafik: 
Ich will damit nicht Monsanto in diesen Kontext packen, die haben mMn nichts damit zu tun. Ajinomoto steht oben als zweiter links. Aber leider habe ich gerade keinen anderen Screenshot und musste mich einem alten bedienen, in dem ich eine Verbindung zu Monsanto zu zeigen hatte. Da ILSI momentan gerade "ein wenig" ins Gerede kam wegen Glyphosat, sehe ich die aktuelle "Überarbeitung" von deren Webseite mit gemischten Gefühlen. In jedem Fall haben wohl auf der neuen "vergessen", die Mitgliedernamen zu veröffentlichen.
Deshalb dieser alte Screenshot.


Ich sage das jetzt gar nicht nur, um den Inhalt des Standard-Bericht per se zu relativieren, sondern ich sage das aus einem anderen Grund. Was wir hier sehen ist ein relativ typischer Aufbau, wie man heutzutage Lobbyarbeit betreibt.

"We are bad. Well, blame the others!"

Das ist quasi ein ungeschriebener Leitsatz, der mit in den letzten Wochen auch während meiner Glyphosat-Arbeit mehrfach begegnet ist. 

Glyphosat wird nicht einen Hauch weniger giftig, wenn man aufzählt, was noch alles giftig ist. Das wurde aber in den letzten Wochen wieder und wieder seitens der Befürworter getan, schon um Verwirrung zu stiften und die berechtigten Sorgen und die Kritik zu zerstreuen. Ablenkung, ähnlich wie ein Magier oben mit der Hand wischt, während er unten, wo man dann nicht hinschaut das Pik-As aus dem Ärmel holt...


Und genauso wird das in dem Standardbericht gemacht. 

Man lenkt von dem chemisch extrahierten weissen Pulver ab und zeigt auf lauter lecker schmeckende Sachen, in dem das auch drin ist.

Man nennt ein paar Vertrauenspersonen. 

Man würzt mit Rassismus, denn den finden wir doch alle Scheisse. 
"Ich esse kein Glutamat, also bin ich Rassist". Gib her das Zeug!

Man relativiert einen doch sehr entscheidenden Umstand
"Frisches Fleisch, das mit Glutamat gewürzt wird, schmeckt etwa so, als sei es bereits gereift."
Aha! Jemand gegen Frische?! Hat jemand etwas gegen Reife? Nein? 
Na also, rin in den Kopp mit dem weissen Etwas!

Dann der typische Irrtum:
"So ist industriell hergestelltes Glutamat chemisch ident mit solchem, das natürlich - etwa in Parmesan - vorkommt"
Parmesan - ein Suchtmittel. Wer könnte darauf schon verzichten? 
Und wenn das gleich wenig schlimm ist, wieso sollte ich zögern, 
Ajinomoto-Produkte zu verwenden?

Das mit dem "chemisch ident"-isch (da haben wir wohl vergessen den Text zu Ende zu bearbeiten, den man Dir geschickt hat, Tobias?) will man uns allenthalben Glauben machen, dass die Dinge gleich seien, wenn sie anders hergestellt oder extrahiert werden. 

Leider gibt es nun aber mehr und mehr Anzeichen, dass dem nicht der Fall ist, und dass es sehr wohl auf den Gesamtkontext ankommt, in welchem die Natur uns das zur Verfügung stellen, den wir Menschen aber immer stärker manipulieren: 

Aromen lassen uns glauben wir bekommen Himbeeren

Smoothies filtern alle Ballaststoffe aus - und lassen uns exakt mit dem alleine, das dick macht.

Und Glutamat, das unserem Körper suggeriert, da kommt hochwertiges Eiweiss, was aber nicht stimmt, wenn man es über andere nährstoffarme Pampe kippt.

Und das ist der Hauptpunkt für meine Kritik: 

Wir sollten mehr Augenmerk auf den Kontext lenken.
Ich meine damit nicht nur die Glaubwürdigkeit von Berichten in den Lifestyle-Teilen der Zeitungen, die mehr und mehr zu einem Mischding von Werbung und Nachricht verkommen, ohne dass man das lästige Wort "-Anzeige-" darüber schreiben muss.

Nein, ich meine den Kontext der Natur:
Wie stellt die Natur etwas bereit? In welcher Zusammensetzung? Was signalisieren die Dinge dem Körper? Und was geschieht darauf hin? Und wo hat der Fake dann eben doch Nachteile? 

Wir pfuscheln bei Lebensmitteln immer mehr der Natur ins Handwerk, 
denken nie über die Konsequenzen nach, testen nie die Langzeitwirkungen dieser Manipulationen ausreichend, bevor etwas auf den Markt kommt und vertrauen bei den Berichten zur Unschädlichkeit dann ausgerechnet den Leuten, die damit tonnenweise Scheine verdienen.

Das kann nicht gut gehen.


Bis später.


Weiterführende Links:
Umami Information Center
(siehe Domainname/Link, wo die PDF-Datei liegt)

(siehe Mitte des Beitrages, im GRAZIA-Teil)

Sonntag, 3. Juli 2016

In welchen Lebensmitteln ist Glyphosat?

Download-LinKK
Die kleine Glyphosat-Fibel
Eine bebilderte Aufstellung belasteter Lebensmittel und weitere Info


Es ist jetzt 3 Tage her, als man die Chance verpasst hat, das Totalherbizid Glyphosat vom Acker zu machen. 

Obwohl es etliche Anzeichen gibt, dass der ausufernde Einsatz des Mittels längst ausser Kontrolle gerade ist, wie Rückstandsüberschreitungen in Grundwasser(!!), fliessenden Gewässern und einer ganzen Reihe an Lebensmitteln wurde die Zulassung für dessen Einsatz um weitere 18 Monate - soweit ich erinnere jetzt dann zum vierten Mal - verlängert.

Wer in diesen (hoffentlichen letzten) 18 Monaten das Mittel im Körper vermeiden will, kann sich hier in der 



Kleinen Glyphosat-Fibel
Eine bebilderte Aufstellung belasteter Lebensmittel




informieren.




Der Download ist kostenlos und darf gerne geteilt werden - wir bitten sogar darum!




Weiterführende Links:

Die kleine Glyphosat-Fibel - (PDF, deutsch - 7,7 MB)

Warum ist Glyphosat im Körper keine gute Idee? (Info-Film)

Samstag, 25. Juni 2016

Lobbyisten, Lümmel, Lügenbolde


KKontext
Lobbyarbeit in der Landwirtschaft
Warum es so schwer ist, Nachrichten von Werbung zu unterscheiden




In den letzten Wochen und Monaten habe ich ja viel recherchiert und eine Menge Daten und Fakten gesammelt. 

Und dann liest man während den Recherchen immer mal wieder dazwischen Nachrichten, die irgendwie nicht in den Gesamtkontext passen....

Da war zum Beispiel diese hier.

"Sie setzten die Existenz von Landwirten aufs Spiel, nur um sich selbst zu profilieren", steht da zu lesen. Ein kläglicher Witz. Ich komme später im Bericht auf diesen Punkt zurück, wenn es um Existenzen geht, dann habe ich da eine andere Sichtweise, wer das Problem antreibt.

Spannend wird das jedenfalls dann wenn man mal ein bisschen näher hinschaut, und den Kontext entdeckt, der einem zum Verständnis fehlt.





Na, das hat doch Charme, oder?
Oder dann, etwas später stiess ich dann auf diese "News" hier:





Da ist dieser Hinweis mit den "wissenschaftlichen Grundsätzen."

Wir alle wissen ja langsam, dass das im Falle der Wiederzulassung nicht der Fall ist.

Tatsächlich hat das BfR die Risikobewertung gar nicht selbst geschrieben, sondern die Glyphosate Task Force (GTF), bestehend aus Firmen wie

Adama, Arysta, BASF, Bayer, Cheminova, Dow AgroSciences, Helm AG, Monsanto, Nufarm, Sygenta, UPL und ein paar andere. (Stand 01.09.2015)

Zusätzlich kommt hinzu, dass die Risikoeinschätzung selbst zu heftigem Einspruch bis hin zu einer Betrugsanzeige geführt hat.

Von der nachträglichen Einschätzung vom BfR der IARC-Darstellung ist bekannt, dass sie gerade bei der oben erwähnten "genaueren Untersuchung" ja dann selbst gerade Hinweise auf Krebs gefunden habe. 

Das stellt sich also eigentlich wie eine durchgängig falsche Darstellung der Fakten dar.

Und dann redet man in dem Bericht noch von der JMPR und vergisst dabei im Pressetext zu erwähnen, dass da doch der eine oder andere Interessenskonflikt eine Rolle spielt. 


Und dass das IARC bis heute nicht von ihrer Befürchtung das Mittel sei wahrscheinlich krebserregend abgerückt ist.

Das verwundert natürlich sehr, wenn man diese Hintergründe kennt.

Bis man dann auch da näher hinschaut und auf der Webseite folgende Mitgliederliste entdeckt:






Lobbyisten, Lümmel, Lügenbolde?!

Nun kenne ich die beiden da oben nicht und konnte mir keinen persönlichen Eindruck machen. Zu gerne würde ich verstehen, ob diese Leute selbst tatsächlich so wenig unbedarft sind, tatsächlich dermassen desinformiert sind oder gar am Ende tatsächlich bewusst Unwahrheiten verbreiten. Das wäre dann doch ziemlich skrupellos. 

Und so gibt es wohl Lobbyisten, 
Lümmel, die das "sportlich" sehen und sich der Tragweite ihres Handelns nicht bewusst sind... und es gibt Lügenbolde, die sehr wohl wissen, dass sie die Unwahrheit verbreiten.


Genau genommen dürfen wir den Landwirten eigentlich kaum Vorwürfe machen.

Wer ehrlich und im guten Glauben sein anstrengendes, solides Handwerk ausübt, schaut ab und an vielleicht einmal ein paar Agrar-Nachrichten online oder in Papierform an, bevor er müde ins Kissen sinkt. 
Aber Zeit für intensive Recherchen hat man da kaum. Für viele ist das ein 365 Tage Job.
Das wurde mir nun schon ein paar Mal unabhängig voneinander berichtet.

Und so kommt es wohl, dass sie dann ein Mittel dermassen intensiv einsetzen, dass es in Brandenburg im Grundwasser nachgewiesen wird und dass eine Behörde dann förmlich betteln muss, den Einsatz zu reduzieren: 






Ausser Kontrolle

Erbettelt wird eine Reduzierung, die dann wahrscheinlich nicht stattfindet. 
Denn man "weiss" als Anwender ja, wie harmlos das Mittel ist.
Und es ist praktisch. Und man weiss, dass es nicht kontrolliert werden kann, dazu haben die Behörden gar nicht genug Personal und selbst wenn hätten die ja nicht täglich Zeit auf dem Acker zu stehen, bis der Spritztraktor vorbei kommt.

Was die Landwirte betrifft: 
Andauernd bringt ihnen "jemand" bei, wie harmlos das Mittel ist, 
erzählt ihnen, dass die Gegenrede politisch motiviert sei, 
dass die "bösen NGOs" und die Grünen zweifelhafte Tests erzeugen, und und und. 

Wenn man dann deshalb nicht einmal mehr auf die eigentlich doch ziemlich verdammt relevanten Inhalte schaut, wenn man dermassen schon vorab gegen die berechtigte Kritik "geimpft" worden ist, dann hat man eigentlich kaum eine Chance, Bedenken zu entwickeln oder Zweifel zu bekommen. Obwohl das sowas von dringend nötig wär...

Interessanterweise sind die Landwirte, die sich dann wirklich einmal die Zeit nehmen und wirklich vorurteilsfrei in die Materie reinschauen binnen weniger Minuten schon bereit, wesentlich vorsichtiger und vernünftiger mit dem Mittel umzugehen.

Aber die Tarnung der Einflüsterer funktioniert prächtig. Oft erfolgt die Beeinflussung unter dem Deckmantel klangvoller Namen. Oder Vereinigungen, die von sich behaupten, eine moderne Landwirtschaft fördern wollen. Für eine bessere Zukunft.


Wer meint es denn eigentlich gut?

Denken wir doch einmal ein bisschen intensiver nach. 
Denken wir doch speziell an die aktuellen Berichte von den Milchbauern. 
Denen wurde seit etlichen Monaten, teilweise Jahren von den Bauernbänden suggeriert, sie müssten expandieren, gross werden. Kredite aufnehmen und den Stall erweitern. 
Um weiter effizient zu sein und mehr Umsatz zu erarbeiten.

Die Wahrheit ist aber doch vielmehr, dass gerade das Überangebot am Markt für zu niedrige Preise gesorgt hat. Und es jetzt noch viel schwerer zu überleben ist. Bei wesentlich mehr Arbeit. Und in der Zwickmühle, dass mit einem abzuzahlenden Kredit kaum ein leichter Ausstieg möglich ist. In fast jedem Gespräch das ich zu diesem Thema mit Betroffenen führte, kam das Wort "bereuen" vor. Und ausnahmslos alle waren sauer auf den Verband, der ihnen dazu geraten hat. Und den Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, der sie sowieso im Stich lässt, wie sie sagen.

Für mich bedeutet das, dass man sehr, sehr genau hinhören sollte und ein gesunde Misstrauen entwickeln gegenüber all jenen, die zu einem höheren Umsatz drängen oder zu "noch mehr", "noch schneller" und "noch grösser" raten.

Denn in erster Linien empfehlen die Leute das, weil ihr eigener Umsatz daraufhin höher wird. Was sie dabei vergessen zu erzählen ist, dass wir in vielen Bereichen ohnehin überproduzieren und das die Preise in den Keller treibt. 
Und die Spirale ständig noch schneller nach unten drückt. 

So kommen dann neben teilweise spürbarer Überarbeitung aufgrund der Empfehlungen dann zusätzlich noch die finanziellen Sorgen, die auf die Seele drücken.

Die bisher geführten Interviews dazu sagen mir, dass niemand von denen, die diese Empfehlungen umgesetzt haben - heute wirklich glücklich ist.

Eine "feine" Empfehlung, also. Oft von den Bauernverbänden und nicht zuletzt durch den BuMEL Christian "Glypho" Schmidt ausgeprochen wird.


Was nötig scheint ist ein Schnitt.

Sehen wir nicht langsam immer klarer? Dass das alles aus dem Ruder gelaufen ist?
Dass es sinnvoller wäre die Dauerschleife vom "Märchen Mehrertrag" zu durchbrechen?
Und sich als Landwirt selbst einmal wieder mehr Zeit für sich selbst zu gönnen, statt digitalisiert und supermodern effizient in den Ruin zu rauschen?


Wäre es nicht viel sinnvoller, als Landwirt den direkten Dialog  mit den Verbrauchern zu führen? Ohne Handel, ohne Verband, die ihre ja vollkommen eigene Ziele verfolgen.

Wenn mir eines in den letzten Monaten aufgefallen ist, dann das:

Für die Industrie zählen nur nüchterne Dollars, der Landwirt ist auf seinem eigenen Feld allenfalls "weitgehend geduldet".  


Denen ist es egal, ob der Karl oder der Erwin übermorgen seinen Laden zusperrt. 
Denen ist es auch wurscht, ob sich der Landwirt mit einem Mittel das Feld im Zeitraum von 10 Jahren verwüstet. 

Der kurzfristige Gewinn ist, was sie interessiert. 
Obendrein wird das Konzept dann noch voller Dreistigkeit den Bauern als "nachhaltig" verkauft. Und macht sie zu modernen "Too big to fail"-Sklaven.


Und ganz nebenbei macht die Industrie auch noch eine unfassbar grosse Zahl an Menschen in der Bevölkerung massiv krank. Too big to jail?



Bis später.





Donnerstag, 23. Juni 2016

Morgen ist D-Day - schon wieder...

Vor-aus-schau-end
Glyphosat - und wieder ist D-Day
Erneut Abstimmung in der EU

Morgen ist es nun soweit. Nach einer Menge Versuchen, die Glyphosat-Wiederzulassung durchzudrücken, für die sich aber keine Mehrheit fand erfolgt morgen wohl aus Zeitmangel der letzte Versuch. Zeitmangel deshalb, weil die Zulassung zum 30.06. ausläuft, und bis dahin kein weiterer Versuch zu erwarten ist.

Die gute Nachricht

Wir sind weg von dem Wahnsinn, das Mittel auf 15 weitere Jahre zuzulassen, ohne nennenswerte Einschränkungen. Es wird wohl auch keine 10 Jahre geben. Genaugenommen gibt es aktuell nicht einmal überhaupt eine Wiederzulassung.

Stattdessen wird morgen versucht, sich auf eine Verlängerung der aktuellen Zulassung auf 12 oder 18 Monate zu einigen. Aber auch hier stehen die Zeichen eher schlecht. Frankreich hat sich wieder auf ein Nein besonnen, für Deutschland gibt es keine Nachricht, dass aus der Enthaltung ein Ja wird. Das bedeutet, eine Mehrheit ist morgen auch nicht zu erwarten.

Nun könnte man der Versuchung erliegen zu hoffen, dass das Mittel dann ab dem 01.07. ein Auslaufmodell in Europa wird. Das wäre schön. Zu schön. Um wahr zu sein.

Die schlechte...

Denn tatsächlich gibt es jetzt schon eine Ankündigung der zuständigen EU-Kommission (das wären eigentlich die, die uns vor Schaden durch Lebensmittel zu bewahren hätten), sie würden nun eigenmächtig eine Verlängerung der bestehenden Zulassung vornehmen. Beim bisherigen Verhalten ist das dann wahrscheinlich auch gleich auf das Höchstmass 18 Monate zu erwarten.

Begründet wird das wie folgt: 

Erstens steht im Herbst nächsten Jahres eine weitere Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen durch eine weitere Institution an, und zwar die der European Chemical Agency (ECHA). Offensichtlich erwartet die EU-Kommission von denen einen Freibrief und verzögert das deshalb. Alternativ mag es vielleicht auch daran liegen, dass Monsanto's Werk für den alten, wiederzubelebenden Ersatz-Stoff dicamba wohl nicht rechtzeitig fertig wird, in das sie Milliarden investiert haben. So gewinnt man noch etwas Zeit, und kann dann einen mehr oder weniger nahtlosen Übergang vom unpopulär gewordenen Umsatzträger Glyphosat zu einem anderen Stoff anknüpfen. Der übrigens beim näheren Hinsehen die gleichen gesundheitlichen Auswirkungen erwarten lässt.

Zweitens begründet die Kommission ihr Handeln damit, dass eine gute Zahl an Staaten für eine Wiederzulassung war, und sich (Stand letzte Abstimmung) allein Malta klar für ein Nein positioniert hat. Alle anderen - inklusive Deutschland - haben sich enthalten. Anlass für die Kommission daraus zu schliessen, dass das kein Nein sei, somit ein Ja.


Mit bestem Dank auch an...

Zu verdanken haben wir Deutschen das unserem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt. Der hat durch sein beratungsresistentes, stures und vollkommen sinnfreies Festhalten an einem Ja dafür gesorgt, dass Deutschland sich nicht zum überfälligen Nein entscheiden konnte. Zu schade. Denn das hätte das Spiel sicherlich nochmal ganz anders aussehen lassen. Und es der Kommission vermutlich ein bisschen schwerer gemacht.


Bedenkliche Verbindungen und ein Nogo

Dass die Kommission eine Wiederzulassung forciert, ist klar zu erkennen, und nicht nur das, der geleakte Emailverkehr und die zuletzt veröffentlichte Stellungnahme des Kommissars ein einen EU-Parlamentarier, die ganz offensichtlich eine glatte Lüge war zeigen, dass die Kommission nicht ihre Arbeit (Gesundheitsschutz) macht, sondern eng verbunden mit der Industrie gemeinsame Sache.

Im Hinblick auf die Historie des EU-Kommissars Vytenis Andriukaitis und warum er seinen damaligen Job im Parlament Littauens verloren hatte ist das eine mehr als beunruhigende Entwicklung, die vermutlich jeden zum EU-Kritiker werden lassen würde, der die ganzen Zusammenhänge auch nur annähernd verstanden hat. 


Dass bei der Vergabe von solch mächtigen Posten Korruption im Lebenslauf kein K.O.-Kriterium ist zeigt, wie unglaublich nötig eine EU-Reform wäre. Oder eben ein Ende der Schrecken. Wie auch immer. Andruikaitis hatte im Rahmen einer Korruptionsaffäre seinen Posten als stellvertretender Parlamentspräsident Littauens verloren. 

Man warf ihm damals vor, von einer Gesellschaft namens Rubicon Gelder im fünfstelligen Eurobereich angenommen zu haben, die dann seine Entscheidungen auf seinem Posten beeinflusst haben sollen. 

Die Vorwürfe gingen damals doch deutlich über einen blossen Verdacht hinaus, der zuständige Staatsanwalt stellte klar, dass es Gesprächsmitschnitte und Videoaufnahmen gäbe, die die Vorwürfe bestätigen würden.


Hier wäre es doch mehr als nötig, einmal eine Untersuchung anzustrengen, ob der Herr EU-Kommissar nicht wieder einmal der Versuchung erlegen ist, und den "Rubicon erneut überschritten hat", was die Zusammenarbeit mit der Glyphosate Task Force betrifft.


Mein Prognose


Mit der Verlängerung der bestehenden Zulassung wird alles bleiben wie bisher.
Das Mittel wird eingesetzt wie gehabt, die Menschen werden weiterhin Glyphosat im Urin haben und alle gesundheitlichen Auswirkungen werden mindestens gleich bleiben, wahrscheinlich eher noch sich verstärken.

Wir werden weiterhin Grenzüberschreitungen in Grundwasser und fliessenden Gewässern haben und es wird weiterhin zu bemerkenswerten Warnmeldungen von den Landesbehörden kommen müssen.

Denn die Landwirte sind sich ja keiner Schuld bewusst, sie wähnen sich auf der sicheren Seite und vertrauen ohne Zweifel auf die Werbeversprechen der Hersteller, der "Fach"-Zeitschriften und der Landesbauernverbände.


Wo das jetzt allerdings kritisch wird, und was wir in der Folge zu 100% dem BuMEL Christian Schmidt anzulasten haben werden ist:

Wir haben ohnehin schon eine mehr als angespannte Situation bei den Milchbauern.

Es wird Dank Wegfall der Milchquote (ebenfalls ein Schmidt-Versagen, mMn) zu viel produziert, die Preise sind zu niedrig, die meisten Milchwirtschafter legen drauf, und das nicht zu knapp.





Kommt es nun Dank des neuen Messverfahrens zum zu erwartenden Supergau und die Rückstände in der Milch werden Thema (und das MÜSSEN sie, dringend!), dann ist das Dank Herrn Schmidt für viele tapfere Landwirte der endgültige Todesstoss.
Der wäre zu vermeiden gewesen, mit einem entschiedenen Nein.



Hintergrund:
Bisher waren Kartoffeln und Milch nicht genau genug zu messen gewesen. Ein neues Messverfahren soll das nun ändern. Durch die höhere Genauigkeit steht zu erwarten, dass die meinen Erfahrung nach höchstwahrscheinlich deutlichen Rückstände in Milch/Milchprodukten endlich nachgewiesen werden können. 




Das mag der Gesundheit der Menschen zuträglich sein, denn es offenbart eine weitere typische Quelle, wo sich die Bürger ihre Belastungen einfangen.

Aber für viele Landwirte, die in gutem Glauben ihrem Handwerk nachgehen, mag das das endgültige Aus bedeuten. Schon weil vertuschen in dem Fall keine Alternative ist.

Und dann möchte man ihnen fast wünschen, dass sie noch genug Geld übrig haben für ein Flugticket nach St. Louis.


Bis später.


Mittwoch, 22. Juni 2016

Update: EU-Kommissar Andruikaitis täuscht nicht nur die Öffentlichkeit

Update
EU-Kommissar spricht sich mit den Herstellern ab -Teil 2
... und täuscht sogar das EU-Parlament über die Verbindungen




Wie jetzt vom Umweltinstitut München in einem Update bekannt wird, täuscht der EU-Kommissar Andriukaitis nicht nur die Öffentlichkeit, sondern sogar offensichtlich ganz bewusst das EU-Parlament.


So schreibt das Umweltinstitut:
'In der Auseinandersetzung um Glyphosat verspielt Gesundheitskommissar Andriukaitis mehr und mehr seine Glaubwürdigkeit. So hat der Kommissar die von uns aufgedeckten Absprachen mit der Industrie in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage des Grünen Europa-Abgeordneten Martin Häusling verschwiegen.


Auch dem Abgeordneten Häusling kam die prompte Antwort der Industrie auf das Schreiben von Andriukaitis vom 4. April merkwürdig vor. Er stellte deshalb folgende Anfrage an die Kommission:


"Kann die Europäische Kommission belegen, dass es keine Absprachen mit der GTF hinsichtlich des Zugänglichmachens der Industrie-Studien zu Glyphosat gab?"

Die Anfrage wurde von Martin Häusing ursprünglich bereits am 11. April gestellt, von der Kommission aber erst Ende letzter Woche beantwortet. In seiner Antwort schreibt Andriukaitis:

"Die Tatsache, dass die „Glyphosat Task Force“ (GTF) nach Erhalt des Schreibens der Kommission zum Thema Zugang zu Informationen zügig reagiert hat, hängt nicht mit irgendeiner Form von Absprache oder Vereinbarung zwischen der Kommission und der GTF zusammen."

Ferner behauptet der Kommissar, die bereits länger anhaltende öffentliche Kritik an der Intransparenz der Studien wäre der Grund für die schnelle Reaktion der Industrie. Die von uns öffentlich gemachte Telefonkonferenz mit der Industrie vom 17. März verschweigt Andriukaitis in seiner Auskunft gegenüber dem Abgeordneten.
Wir meinen: Der Kommissar täuscht nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch das Parlament.'


Es ist schon sehr bemerkenswert, dass dieser Skandal nicht ein einiges Mal in der Mainstream-Presse aufgegriffen wurde. Da ist ein einzelner Mann so mächtig, dass er alleine das Geschick von 508 Mio EU-Bürgern in der Hand hat und er täuscht die Öffentlichkeit (darüber wurde natürlich intensiv von der Mainstream-Presse berichtet)
und dann verfolgen die Herren Journalisten das nicht einmal.



Ich wünsche den Briten einen gelungenen Brexit und muss ehrlich sagen:
Nach all den Jahren guter Erfahrungen mit der EU verstehe ich, wieso sie gehen.




Weiterführende Links:

Erster Bericht: Absprachen zwischen EU-Kommissar und Monsanto und Co
Bericht des Umweltinstitut München

Antwort des EU-Kommissars an den EU-Parlamentarier



Samstag, 18. Juni 2016

Glyphosat: Die Wissenschaft des feinen Herrn Schmidt




VIDEO
Glyphosat: Die Wissenschaft des feinen Herrn Schmidt
Über einen der grössten wissenschaftlichen Betrugsskandale
der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik


Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt täuscht wissentlich die Bevölkerung über die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat.




Als verantwortlicher Dienstherr des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit deckt er einen der grössten Betrugsskandale der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik.Er ist damit nicht nur verantwortlich für die Gefährdung von 80 Mio Bundesbürgern, sondern durch die Tatsache, dass die deutsche Risikobewertung Grundlage für die EU-Entscheidung über eine Wiederzulassung ist - auch für die Gefährdung von 508 Mio EU-Bürgern.

Bis später.




Donnerstag, 16. Juni 2016

BREAKING-NEWS: EU-Kommissar trifft geheime Absprachen mit der Glyphosate Task Force!

EU-Kommission-LEAKS
EU-Kommissar Andriukaitis: 
Gemeinsame Sache mit Monsanto und Co
Geheime Absprachen rund um Glyphosat mit den Glyphosat-Herstellern


Vor ein paar Wochen berichteten die Nachrichten, der für die Wiederzulassung von Glyphosat zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis fordere von den Herstellern Transparenz was den Zugang auf 3 bestimmte Studien betrifft. 

Diese Studien seien gemäss dem Bundesinstitut für Risikobewertung und der EFSA Grundlage für die Wiederzulassung. Die Hersteller hatten die Studien als geheim eingestuft und sich auf das Betriebsgeheimnis gestützt.

Die Reaktion der Glyphosate Taks Force kam damals erstaunlich schnell.
Ihr Verständnis von Transparenz war die Bereitschaft, die Studien in einem Leseraum zur Verfügung zu stellen, wie man ihn von TTIP bereits kennt.
Die Nähe zu dieser Idee hatte ich damals schon im Umstand vermutet, dass der leitende Beauftragte der US-Regierung in Sachen TTIP ein Monsanto bzw CropLife-Mann war.

Wieso niemand auf die Idee kam, das Argument zu hinterfragen, man müsse sich vor dem Wettbewerb schützen ist mir bis heute unklar. Was sollte denn der Wettbewerb daraus schliessen? Krebsgefahr, vielleicht? Das Patent ist doch ohnehin längst abgelaufen, und bei einer Studie zu gesundheitlichen Auswirkungen ist das noch zwei Mal ein seltsames Argument - wenn man denn nichts zu verstecken hat.

Heute platzte nun die Bombe. 
Geleakte EU-Dokumente belegen, dass die "Transparenz-Offensive" von Andriukaitis eine mit der Glyphosate-Task-Force abgesprochene PR-Massnahme war, die die NGO/Umweltorganisationen und die Öffentlichkeit ruhig stellen sollte. 






Geplant waren gemäss dem Dokument 3 alternative Schritte als Reaktion bei öffentlichen Anfragen
1. Das Übermitteln einer bereinigten Version der Studien
2. Das Veröffentlichen der Studien oder
3. Zugriff in einem Leseraum

Die Industrie habe allerdings arge Bedenken, dass bei den Alternativen 1 und 2 die Daten in die Öffentlichkeit kommen. Wieso? Weil dann Fachleute drüber schauen könnten?

Liest man zwischen den Zeilen sieht man auch deutlich, welche Strategien gefahren werden sollten, um den Prozess an sich zu erschweren.

So langsam gibt das doch alles ein rundes Gesamtbild.
Die seltsame Vorgehensweise, als keine Mehrheit zu bekommen war - das beständige Beharren des Kommissars auf einer Wiederzulassung, die künstliche Eile des Kommissars, all das...

Der Kommissar Andriukaitis ist zuständig für die Gesundheit von 508 Millionen EU-Bürgern.
Und das geleakte Material beweist meiner Meinung nach deutlich, dass ihn das nicht schert, sondern dass er gemeinsame Sache mit der Industrie macht, die Öffentlichkeit und die (Umwelt)organisationen / NGOs zu täuschen.

Besonders brisant wird die Geschichte dann, wenn man weiss, dass der EU-Kommissar den Job davor verloren hat - wegen Korruption! 

Ich sagte es mehrfach und wiederhole es erneut:
Das System EU-Kommissar kann so nicht funktionieren, zu grosse Machtkonzentration, noch schlimmer, wenn sich nicht einmal die Mühe gemacht wird, die Biographie der Leute zu berücksichtigen. Und hier ist eine umfassende Untersuchung nötig an dessen Ende ich fast erwarte, dass ein paar Leute hinter Gittern landen sollten, bei allem, was ich weiss.



Freitag, 10. Juni 2016

SlowCarb ist geschützte Marke

MarKKe
SLOWCARB® geschützte Marke
Warum ich die Wort-Bild-Marke SLOWCARB® schützen liess

Es ist schon eine Weile der Fall, bisher habe ich noch nicht viel Aufhebens darum gemacht.
Ich bin seit Kurzem der Inhaber der Wort-Bildmarke SLOWCARB®.

WOZU?
Während manche sich Markennamen schützen lassen, weil sie gerne das grosse Kapital schlagen möchten ist das bei mir ausdrücklich nicht das erklärte Ziel.

Es ist vielmehr so, dass wir in den vergangenen 4 Jahren die positiven Auswirkungen dieser Ernährungsweise mehr als hinreichend belegen konnten und sie jetzt nach und nach auch in die Kliniken und in Mainstream-Medien ankommt. 

Das treibt dann teilweise seltsame Blüten, so werden Fertigsossen und Nudeln von Lifestyle-Magazinen in Rezepte eingearbeitet und ähnliche Dinge. 
Wir hatten das ja zu Beginn des letzten Jahres hier im Blog berichtet.


BEWAHREN DER GRUNDSÄTZE
Diese Verwässerung eines Erfolgskonzeptes durch unbedarfte Dritte soll nun nicht weiter möglich sein. Wo Slowcarb draufsteht, soll bitteschön auch Slowcarb drin sein. Punkt.

So können sich die Interessenten und Teilnehmer zuverlässig von der Wirksamkeit überzeugen, ohne dass ihnen jemand aufgrund schlechter Recherche oder aus anderen Gründen etwas dazwischen mogelt, was die Erfolgschancen minimiert und ihnen eine reelle Chance auf ein gesundes Abnehmen und ein Mehr an Energie verwehrt. 
Und die Motivation aufgrund ausbleibender Erfolge von "SlowCarb"-Light-Varianten nimmt.


NUTZUNG/WEITERVERWENDUNG
Ich habe keine Pläne, jemandem die Nutzung der Marke in Büchern, Berichten oder auch online zu verweigern. Im Gegenteil. Sofern die entsprechende Nutzung im Sinne der SlowCarb-Idee erfolgt, sind alle recht herzlich eingeladen, mit mir unter nico@nicodavinci.de kurz Kontakt aufzunehmen und sich mit mir für die Nutzung abzustimmen. 


LIZENZGEBÜHREN
Ob für die Nutzung der Marke oder des Logos dann Lizenzgebühren fällig werden oder nicht hängt von der Nutzung und der Verbreitung selbst ab Aber im Regelfall wird das nicht nötig sein. Falls doch, wird das Geld verwendet, um den Bekanntheitsgrad der Ernährungsform weiter voranzutreiben und unsere wichtige Arbeit weiter zu ermöglichen.


MORE TO COME
Ich werde mittelfristig da noch weitere Information online stellen.
Bis dahin lade ich via dem oben genannten Emailkontakt zum  Dialog ein.




Tjo. Da isses nun. 
Der Nico wird Mr. SlowCarb. 
Wer hätte das vor vier Jahren für möglich gehalten?

Ich... nicht.


Bis später.